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Wirtschaftsförderung : Ziel: Arbeitsplätze sichern

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Für die Neuansiedlungen von Industrie-Unternehmen brauchen die Wirtschaftsförderer Geduld. Als eine Kernaufgabe sieht die egeb in Brunsbüttel den Erhalt von Arbeitsplätzen.

shz.de von
erstellt am 21.Jan.2014 | 12:15 Uhr

Regionale, nationale und internationale Netzwerke sind für die egeb-Wirtschaftsförderung wichtige Instrumentarien, um den Weg für Industrie- und Gewerbeansiedlungen zu ebnen. Aber neben eher langfristig zu realisierende Neuansiedlungen sind die Betreuung der vorhandenen Betriebe, um diese zu halten, zu fördern und Arbeitsplätze zu sichern, sowie Existenzgründungen ein wichtiges Arbeitsfeld der am Brunsbütteler Elbehafen ansässigen Wirtschaftsförderung der Entwicklungsgesellschaft Brunsbüttel. Darauf wiesen deren Geschäftsführerin Martina Hummel-Manzau sowie die für diesen Bereich tätigen Mitarbeiter Christian Holst und Jörg Peter Neumann in einem Pressegespräch hin.

Bei Standortentscheidungen spiele die Nähe zu Elbe und Nordsee mit dem Bau einer millionenschweren Multi-Purpose-Pier im Elbehafen eine bedeutsame Rolle. Bei der Bearbeitung von Anfragen aus dem In- und Ausland befinde sich Brunsbüttel aber im Wettbewerb mit internationaler Konkurrenz. „Das ist schon Champions-League, in der wir uns da bewegen“, sagte Neumann. Im Vergleich der Standorte untereinander vergingen meist fünf und mehr Jahre, bis eine Entscheidung für oder gegen eine Ansiedlung falle.

Martina Hummel-Manzau wollte eine Neuansiedlung von Großbetrieben nicht überbewerten. Allein in den letzten fünf Jahren seien durch Existenzgründungen kleinster Firmen in Steinburg und Dithmarschen 600 neue Arbeitsplätze geschaffen worden. Bei allen habe es sich um von der egeb betreute Projekte gehandelt. „Das sind Zahlen, die selbst von Großbetrieben selten erreicht werden“, machte die egeb-Geschäftsführerin deutlich. Ihr Aufgabenfeld beschrieb sie von der Bestandspflege über Existenzgründungen und Umsiedlungen von Betrieben bis hin zur klassischen Neuansiedlung. Christian Holst: „Vorrangig geht es uns um den Erhalt von Arbeitsplätzen.“

Holst ist gleichwohl offen für Neuansiedlungen. Positive Entwicklungen zeichnen sich gegenwärtig an der A 23-Abfahrt Lägerdorf ab. Dort bieten die Gemeinden Lägerdorf, Rethwisch und Neuenbrook eine rund 21 Hektar große Industriefläche an, auf der sich in Kürze zwei große Unternehmen der Baubranche ansiedeln wollen. Sie arbeiten in der Asphaltproduktion sowie im Bereich der Fertigbauelemente. „Wir hoffen auf Nachfolge-Ansiedlungen für ein umfassendes Zement-Cluster“, zeigte sich Diplom-Volkswirt Christian Holst zuversichtlich.

Voraussetzungen für Neuansiedlungen seien vielfach eine intakte Infrastruktur und ausreichend verfügbare Fachkräfte, fuhr Holst fort. „Eine fertige A 20 würde alles viel einfacher machen.“ Die „Prinovis-Abwicklung“, wie er die Schließung der Itzehoer Großdruckerei bezeichnete, sah er als „die größte Katastrophe der letzten zehn Jahre“. Aus dem Areal müsse etwas Vernünftiges gemacht werden, mahnte Holst. Dort stehe das Unternehmen in der Verantwortung, ausreichende Mittel bereit zu stellen. Von dem Wirbel um Prokon wollte er lieber gar nicht erst sprechen. Schon in der Vergangenheit sei es darum gegangen, die Arbeitsplatzverluste bei Firmenschließungen wie der Fischereigenossenschaft Büsum, der Papierfabrik Meldorf und der Pneutron Priesemuth in Breitenburg aufzufangen.


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