Glückstadt : Ziegelwerk contra Kindergarten

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Heinrich Pollmann ist entsetzt über die Pläne der CDU, auf dem Gelände gegenüber seines Unternehmens eine Kita zu errichten. Die Kinder würden unter anderem zu hohen Staubbelastungen ausgesetzt sein.

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15. August 2018, 05:00 Uhr

Ein Kindergarten gegenüber dem Ziegelwerk – das lehnt Heinrich Pollmann, Inhaber des Ziegelwerkes, entschieden ab. Der Standort dort sei für eine Kita nicht genehmigungsfähig, sagt der Unternehmer. In einem Schreiben an die Stadt Glückstadt und an die Politiker der fünf Fraktionen begründet der Unternehmer seinen Standpunkt.

Wie berichtet, hatte die CDU ein städtisches Gelände gegenüber des Ziegelwerkes – dazwischen liegt nur die Bundesstraße – für den Bau eines Kindergartens für fünf bis sechs Gruppen vorgeschlagen. Dort gibt es nach Aussagen von Bürgermeisterin Manja Biel einen bestehenden Bebauungsplan. Und für dieses Gelände sei speziell als Nutzung ein Kindergarten angegeben.

„Wird der Standort weiterhin favorisiert, sehen wir uns gezwungen mit sofortiger Wirkung mit allen rechtlichen Mitteln dagegen anzugehen“, teilt Pollmann mit. „Ferner werden wir den mit Landes-Koalitionsvertrag erschaffenen Mittelstandsbeirat beim Wirtschaftsministerium um Rechtsbeistand bitten.“ Ihm geht es um die Existenz des Ziegelwerkes – es sei das letzte verbliebene Unternehmen in Schleswig-Holstein, welches Ziegel herstellt.

„Ein Kindergarten dort geht gar nicht“, sagte er gestern gegenüber unserer Zeitung. Auf diesem Grundstück sei aus seiner Sicht nur eingeschränkt Gewerbe möglich. Als Grund für die Einschränkungen nennt er als Beispiel: „Wir fahren regelmäßig Ton und dabei entsteht Staub.“

Und: „Der Abstand zwischen dem geplanten Kindergarten und unserem Ziegelwerk beträgt nicht einmal 100 Meter. Der einzuhaltende Mindestabstand zum Ziegelwerk muss mindestens 350 Meter betragen.“ Zudem führt er die viel befahrene Bundesstraße 431 an, warum er das Grundstück für Kinder nicht für geeignet hält.

Bereits bei der Erschließung des Neubaugebietes hatte der Ziegelhersteller in den 90er Jahren auf den Abstand hingewiesen. Im Rahmen des Bauleitplanverfahrens haben damals Pollmann als auch das Staatliche Umweltamt (StUA) betont, dass die Kinder am geplanten Kindergartenstandort Immissionen ausgesetzt seien.

Aus Pollmanns Sicht ist es „deutlich sinnvoller“, das Angebot von Unternehmer Jochen Nölke anzunehmen, die ehemaligen Büroräume der Großwäscherei Berendsen an der Stadtstraße umzubauen. „Das ist der schnellste und einfachste Weg. Warum so kompliziert, wenn es auch einfach geht“, sagt Heinrich Pollmann.

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