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Norddeutsche Rundschau

18. August 2017 | 14:25 Uhr

Wacken : Zerstörungswut im Waldkindergarten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Schock in Wacken: Unbekannte verbrennen Tisch, zünden Böller und beschädigen eine Schaukel.

Die Kinder des Waldkindergartens tollen herum, als sei nichts passiert. Finn und Elia spielen fangen, Rune rast den Hügel herunter und Emil schaut immer wieder zu dem abgesägten Ast, an dem vor wenigen Tagen noch eine Schaukel hing. „Das ist nur eine von vielen Schandtaten, die die Täter hinterlassen haben“, sagen Annette Wieben und Nele Sziallat. Als die beiden Erzieherinnen am Montagmorgen mit ihren derzeit 16 „Waldzwergen“ ihren Betreuungsplatz an der alten Kiesgrube am Twisselberg aufsuchen, bekommen sie einen Schock. Denn wieder einmal haben Unbekannte in der Kita gewütet und vieles zerstört.

„Erst vor drei Wochen wurden die alten Autoreifen, die den Kindern unter anderem eine Sitzgelegenheit bieten, angezündet“, sagen die Erzieherinnen schockiert. Jetzt aber fanden sie den Platz, auf dem unter anderem ein umgebauter Bauwagen als „Holzwerkstatt“ für die Kinder steht, mehr als verwüstet vor. „Es wurden die Fenster des Bauwagens aufgehebelt, im Inneren des Wagens der Feuerlöscher ausprobiert und anschließend zusammen mit einem Spieltisch im Freien verbrannt, Werkzeug geklaut, und in unserem „Vogelnest“, ein zentraler Treffpunkt in Form eines Kreises mit Sitzgelegenheit, gefühlte 500 Böller gezündet“, sagt Anette Wieben verärgert.

Im Nachhinein habe sie von einigen Anwohnern erfahren, dass diese sich über lang andauernde und knallende Geräusche gewundert haben. Besonders ekelerregend sei zudem, dass die Täter die Vorhänge aus dem Bauwagen als Toilettenpapier benutzt haben. Darüber hinaus besaßen die vermutlich jugendlichen Täter die Frechheit, sich dort am helllichten Tag niederzulassen, um zu grillen. „Den mitgebrachten Grill und reichlich Essensreste haben wir hier ebenfalls vorgefunden“, sagt Wieben und betont, dass ja nichts dagegen einzuwenden sei, wenn Spaziergänger, Jogger oder Ruhesuchende sich an diesem so idyllisch gelegenen Platz niederlassen. „Selbst wenn diese anschließend ihren Müll einfach liegen lassen würden, könnte ich damit noch umgehen - aber warum jemand das Gebiet der kleinen Waldzwerge so zerstören muss, kann ich nicht verstehen“.

Bereits in der Vergangenheit, so berichten die Erzieherinnen, seien Tische verbrannt und Türgriffe entfernt worden - sogar Schmierereien mit Fäkalien habe man entdecken können. „Die nächste Steigerung wäre vermutlich, unseren Bauwagen anzuzünden“. Dass die Täter sich nicht einmal durch bereits installierte Kameras haben abhalten lassen, berichtet Wieben ebenfalls. „Auch die wurden geklaut - sogar eine Attrappe war dabei“. Auch die Kinder müssen jetzt erst einmal mit der Frage klarkommen, warum es diese Zerstörungswut gibt. „Die sind ganz schön doof, die das gemacht haben“, sagt Emil. Rune würde, wenn er als Polizist tätig wäre, die Täter an den Baum binden. Gemeinsam zeigen die Kinder mit dem Daumen nach unten, was sie von dieser Zerstörung halten. Schließlich werden ihnen im Waldkindergarten ganz bestimmte Werte vermittelt, in denen es unter anderem um Respekt gegenüber anderen Menschen und der Natur gehe. Und genau das wünschen sich die Waldzwerge auch in Zukunft für ihre Kita.

 

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