Zentral kochen für die Itzehoer Schulen

Morgen wird über die Mittagsverpflegung an den Itzehoer Schulen entschieden. Im Fokus steht dabei die künftige Küche der KKS.

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23. Juni 2009, 12:35 Uhr

Itzehoe | Braucht es wirklich zwei Mensen für Klosterhofschule und Kaiser-Karl-Schule - nur einen Steinwurf voneinander entfernt? Muss die KKS eine Vollküche haben - oder reicht eine Austeil-Station aus? Und wie soll die Mittagsverpflegung der Itze hoer Schulen überhaupt geregelt werden?

Beim Thema Schul-Mittagessen gibt es noch viele offene Fragen. Morgen werden deshalb erst Schulleiter und Verwaltung am runden Tisch über ihre Vorstellungen sprechen, bevor anschließend im Schulausschuss ein Grundsatzbeschluss fallen soll.

Dass dabei eine Produktionsküche nicht kategorisch abgelehnt wird, hofft KKS-Leiter Burkhard Klietz. "Wir sollten die Option nicht von vornherein ausschließen", betont er. Schließlich müsse man sich auch Gedanken über die Ver- und Entsorgung machen. "Ich möchte keine Verpflegung, bei der das Essen in Alufolie kommt und wir Berge von Müll produzieren."

Klietz hat sich in anderen Orten umgehört und dabei erfahren: "Dort, wo richtig gekocht wird, ist die Akzeptanz am größten." Wo sich - bei geliefertem Essen - die Speisenabfolge immer wiederhole, gehe das Interesse der Schüler schnell zurück. "Es wird langweilig." Auch Allergien oder Wünsche von Vegetariern könnten kaum berücksichtigt werden.

"Die Stadt weiß auch noch nicht, wie sie die AVS versorgen soll", sagt er. So seien es eventuell schon zwei, mit Klosterhofschule sogar drei Schulen in der Umgebung, die von einer Stelle aus bekocht werden könnten. "Irgendwo muss das Essen ja hergestellt werden. Und je kürzer die Wege sind, umso besser." Doch es gebe auch viele denkbare Mischformen. "Und ich bin mir nicht sicher, ob eine Küche, in der viel Tiefgefrorenes aufgewärmt wird, wirklich so viel billiger ist." Denn für die Kühlung und das Aufwärmen fielen auch Kosten an - und Personal dafür sei ebenfalls nötig.

Doch wie auch immer die Küche aussehen wird - fest stehe, dass eine gebraucht wird. Die Schüler müssten in der Ganztagsschule die Möglichkeit haben, ein warmes Essen zu sich zu nehmen. Und in den unteren Klassen sei es auch ein erzieherischer Punkt: "Sie sollen das Erlebnis des gemeinsamen Essens haben."

Deshalb findet schon jetzt regelmäßig für die fünfte Jahrgangsstufe klassenweise ein gemeinsames Essen statt - mangels Küche und Speiseraum allerdings sehr improvisiert. Es sei eher ein "Picknick", sagt Klietz.

Künftig rechnet er mit rund 100 Schülern, die in der Mensa essen. Deshalb schließt er eine gemeinsame Nutzung der Klosterhof-Mensa aus. "Das kriegen wir mit der Zahl nicht hin." Generell habe er mit einer gemeinsamen Mensa aber "keine Probleme".

Auch Gerd Freiwald, Leiter der Klosterhofschule, sieht es als "beständige Aufgabe, die Mauer mental zu perforieren". Es gebe offenbar Berührungsängste, sagt er. "Die kann man nur durch die Praxis abbauen." Freiwald bietet der KKS an, die Mensa zumindest vorübergehend mit zu nutzen - "zu der Zeit, wenn bei uns das Nachmittagsangebot beginnt, etwa ab 13 Uhr". Allerdings sieht auch er Kapazitätsprobleme. Denn es gibt maximal 50 Plätze.

Freiwald wehrt sich gegen Hinweise, dass die Mensa seiner Schule schlecht genutzt werde. "Die Cafeteria wird voll akzeptiert." Allerdings werden in erster Linie Angebote wie belegte Brötchen genutzt. "Mit der Zahl der warmen Essen können wir nicht protzen." Das sei auch verständlich, schließlich habe die Schule "überdurchschnittlich viele Kinder aus bedürftigen Familien". Und 3,30 Euro "fressen auf einen Schlag den gesamten Tagesetat eines Kindes auf". Nicht nur der besseren Preise wegen könnte er sich deshalb als Lösung vorstellen, dass es eine zentrale große Küche gibt, die alle Itzehoer Schulen versorgt - "bevor jeder vor sich hin köchelt". . Sitzung des Schulausschusses morgen um 17.30 Uhr im Historischen Rathaus.

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