zur Navigation springen

Fussballmaskerade : Zeltstadt vom Hyde Park zum Colo

vom
Aus der Redaktion der Wilsterschen Zeitung

Zeitweise 40-köpfige Aufbaucrew auf dem Colosseumsplatz in Wilster. Jetzt laufen der Innenaufbau und die Dekoarbeit für die FuBaMa auf Hochtouren.

Zelte aus London, überdachte Toiletten sowie Kaffee und Kuchen zum Feierabend – die Helfer in Wilster haben bei eisigen Temperaturen alle Hände voll zu tun. Schon acht Tage vor dem Ereignis begann der Aufbau für das größte Faschingsfest Schleswig-Holsteins. Die „Fubama“ (Fußballmaskerade) des SV Alemannia Wilster feiert in diesem Jahr ihr 60-jähriges Bestehen. Bis Sonnabend, 1. Februar, um 19 Uhr muss alles fertig sein, und deshalb hängt sich das Aufbauteam um Colosseum-Inhaber Michael Mehrens und dessen Sohn Mario ordentlich rein. Denn dieses Mal heißt es für sie noch mehr als in den vergangenen Jahren: Nicht kleckern, sondern klotzen, um den Feier-Bedürfnissen der 6000 erwarteten Jecken gerecht zu werden.

„Die Zelte werden direkt aus London angeliefert, wo sie bis jetzt im Hyde Park beim Weihnachtsmarkt standen“, erzählt Mario Mehrens. Sie stammen vom größten Zeltbauer und -verleiher Deutschlands, der bereits bei der Olympiade in Sotschi alle Fußböden aufgebaut hat. Danach werden sie nicht wie im vergangenen Jahr in die Ukraine weiter gereicht, „sondern sie gehen dieses Mal zum nächsten Event in die Schweiz“.

Für die Monsteraufgabe des Aufbaus einer ganzen Zeltstadt um das Colosseum herum war nicht nur wie in jedem Jahr ein logistischer Großaufwand mit Schwerlastwagen erforderlich, die Aufbaucrew wurde teilweise auf bis zu 40 Personen aufgestockt. Mit Kränen, Teleportern und Radladern zogen sie die Zelte innerhalb von zwei Tagen hoch.

Sechs Zelte werden für die in sich verbundene Zeltstadt mit ausgelegtem Bretterfußboden aufgebaut, darunter das Garderoben- und das Gastrozelt. Bis zum Schluss arbeitet nun ein harter Kern von zehn Mann weiter, um elektrische Anschlüsse zu installieren, Lampen und Lichterketten aufzuhängen und Tresen aufzubauen. Hoch gezogen werden mussten auch die drei großen Partyzelte mit drei Bühnen. „Und die Toiletten für die Damen, die früher immer draußen standen, werden dieses Mal mit einem Zelt überdacht, damit sie nicht immer so frieren müssen“, kündigte Mario Mehrens an.

Eine weitere Aufbaucrew aus alten Fubama-Haudegen um Urgestein Horst „Glen“ Michelchen dekoriert das Colosseum. Die Gruppe hat Girlanden aufgehängt und baut extra für das 60-jährige Bestehen ein neues „Standesamt“ mit neuen Trennwänden, da an den alten schon der Zahn der Zeit zu stark genagt hatte, wie der Standesbeamte Glen Michelchen (81) sagte. Für die Live-Band „Tin Lizzy“ muss in diesem Jahr das 15 Jahre alte „Fubama“-Schild auf der Bühne weichen, weil diese eine eigene LED-Wand für ihre Show mitbringt.

Neu gestaltet wird die kulinarische Ecke im Gastrozelt, die in den vergangenen Jahren eher ein Mauerblümchendasein fristete. So gibt es neben Pommes, Pizza und Currywurst erstmals einen Crêpes-Stand und auch ausgewiesene Sitzgelegenheiten. Und: „Wir probieren dieses Mal ein neues Heizsystem aus, das zusätzlich mit Luftentfeuchter arbeitet, um die Tröpfchenbildung mit anschließendem Regen im Zelt zu minimieren“, kündigte Mario Mehrens an. Damit es die Gäste auch schön warm haben, muss wie in jedem Jahr geheizt werden. „Wir jagen mehrere Tausend Liter Heizöl durch 22 Heizaggregate mit einer Leistung von insgesamt 3000 Kilowatt“, erläutert er.

Wo früher der Pizzastand war, befindet sich dieses Mal eine neue, vierte, Bühne. Auf der unterhält DJ Tony Tornado (Thorsten Stührk) aus Itzehoe mit Schlagern sein Publikum. Die beste Nachricht für alle Kurzentschlossene: „Es gibt noch Karten bei den Vorverkaufsstellen (22 Euro) und an der Abendkasse (26 Euro), bis sie aufgebraucht sind“, so Mario Mehrens.

Die Stimmung unter den Aufbauhelfern ist trotz des kalten Wetters gut. „Die Atmosphäre ist familiär“, sagt Veranstaltungstechniker Iven Knutzen. Neben gemeinsamem Frühstück und Mittagessen kommen alle abends noch einmal zum Kaffeetrinken im Colosseum zusammen. Auf- und Abbau nehmen ihre gesamte Zeit um die Fubama herum ein. „Wir arbeiten bis Sonnabend um 19 Uhr“, sagt Mario Mehrens. „Der Abbau geht dann aber etwas schneller“, so Iven Knutzen. „Am Montag Mittag steht hier nichts mehr.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen