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Bildung : Zeitzeugen besuchen die Auguste-Viktoria-Schule

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Geschichte aus erster Hand erlebten Zehnt- bis Zwölftklässler in Itzehoe. Die Gäste berichteten über ihre Kriegs-Erinnerungen.

Itzehoe | Krieg in Nordfrankreich. Widerstand gegen Hitler. Der Weg vom Notabitur in den Russland-Feldzug. Flucht aus Ostpreußen. Kriegsende in Münsterdorf. Geschichte aus erster Hand erlebten Zehnt- bis Zwölftklässler der Auguste-Viktoria-Schule (AVS) im Projekt „Zeitzeugen – Geschichte face to face“ im Rahmen der Ganztagsschule. Fünf Gäste im Alter von Ende 70 bis Anfang 90 standen mehrere Stunden lang für Interviews bereit.

Den Anstoß gab Renate Wittern, scheidende Vorsitzende des Seniorenrats. Sie hatte von einem ähnlichen Angebot in Wilster gelesen – „eine tolle Sache“. In Zusammenarbeit mit dem Jugendparlament Itzehoe brachte sie die Idee an die AVS, Svenja Sabbahn, Gritt Rosengarth und Franziska Lühr aus der Fachschaft Geschichte organisierten den Ablauf. Ein halbes Jahr brauchte es von der Idee bis zur Umsetzung.Insgesamt 17 Schülerinnen und Schüler der 10. und 12. Klasse nehmen an dem Projekt teil. Sie entschieden sich, die Zeitzeugen in getrennten Kleingruppen zu befragen. Danach wollen sie eine Zeitschrift verfassen, die sie zum Ende des Schuljahres präsentieren wollen. Fünf Senioren waren zu Gast: Hans-Werner Erdt, Karsten Hansen, Hartwig Lohmann, Friedrich Meier und Otto Soyka.

In der Vorbereitung hatten sich die Schüler Gedanken gemacht: Welche Fragen können gestellt werden, welche nicht? Hinterher waren sie beeindruckt: Es sei gut, vor dem Geschichts-Abitur mit Zeitzeugen zu sprechen, meinten Lara Evers und Sophie Trepka aus der 12. Klasse. Die Themen seien heute noch aktuell, da die Geschichte die Gesellschaft präge, so Sophie Trepka. „Geschichte beeinflusst und schafft ein Lebensbild“, sagte Flemming Paulsen, ebenfalls 12. Jahrgang. Zwölftklässler Vincent De Zanet informiert sich über geschichtliche Ereignisse vor allem im Fernsehen – dort aber sehe er nur Bilder, ohne tatsächlich etwas vom Geschehenen mitzubekommen. Zeitzeugen dagegen transportierten Gefühle, die nicht durch die Medien gesteuert würden.

So wie Karsten Hansen, dessen Vater Stauffenbergs Attentat auf Hitler unterstützte und hingerichtet wurde. Er sieht die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs nicht nur als Vergangenheit, sondern auch als relevant für die Zukunft an. Auf diese Weise wolle er der Jugend mitteilen: „Seht zu, dass solche bösen Sachen nicht wieder geschehen.“ Die Nazi-Herrschaft habe Wunden geschlagen und sein Leben begleitet, nun wolle er die „Stafette weitergeben“. Hansens Appell an die Jugendlichen: „Tut was, Freiheit ist unser höchstes Gut.“

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