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Mittelalterlich Phantasie Spectaculum : Zeitreise in das aufregende Mittelalter

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Drei Tage lang sorgte das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Hohenlockstedt für Begeisterung / Tausende von Besucher kamen auf das Gelände Hungriger Wolf

Ob mittelalterliche Magd oder edler Ritter, ob Rollenspieler oder Avatar, ob Schotte oder Pirat – jeder konnte seiner Fantasie freien Lauf lassen, und das taten die meisten Besucher auch. Drei Tage lang sorgte das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum (MPS) in Hohenlockstedt wieder für Begeisterung. Bei schönstem Sonnenschein kamen einige zehntausend Besucher, um ein fantastisches und fantasievolles Mittelalterfestival zu feiern. Das größte reisende Mittelalter-Kulturfestival der Welt wurde zum vollen Erfolg.

Mehr als 80 Marktstände und Händler sowie 40 Heerlager auf dem Hungrigen Wolf, dazu Vorführungen, Gauklerei und Konzerte von zehn Bands entführten die Gäste zurück in das 13. Jahrhundert. Das hatten über 50 Helfer Tage zuvor aufgebaut, gemeinsam mit den Schaustellern waren es mehr als 800 Mitwirkende.

Die Gelegenheit zur fantastischen Reise in die Vergangenheit nahmen Schausteller wie auch Publikum dankend an. Christian Röhder aus Hamburg feierte mit seiner Familie gleich seinen 50. Geburtstag. Seit 17 Jahren auf mittelalterlichen Märkten dabei, wirkten sie wie aus dieser Zeit entsprungen, waren stilecht in mittelalterliche Tracht gehüllt: er als Pirat, Frau und Kinder mittelalterlich in der Mode schottischer Renaissance gekleidet. Mutter Stefanie macht die Kleidung selbst.„Wir treffen hier viele Freunde, Bekannte und Gleichgesinnte“, sagte sie. „Aber man kann gar nicht sagen, was am besten ist – es gefällt uns alles gut.“ Und: „Es ist schön warm, das Wetter passt“, ergänzte Großmutter Karin vom Dorff.

Ritter und Knappen lieferten sich unterdessen auf den Kampfplätzen im wahrsten Sinne heiße Kämpfe – mit Feuerunterstützung. So duellierten sie sich mit Schwertern, Morgenstern, Schilden, Stockkampf und Fackeln. Die Gruppe „Fictum“ aus Komotau in Tschechien vergaß aber auch nicht, in ihre Schaukämpfe einigen Humor einfließen zu lassen.

Alle Bewegungen waren einstudiert, aber bestens und wirkungsvoll choreografiert. „Wir können auch Freikampf, das ist aber zu gefährlich“, sagte Miroslav Tichy. Mit ihren selbst gemachten Kostümen, Schwertern und sonstigen Waffen waren sie fünf Mal am Tag live zu erleben: Schwerstarbeit, die ihnen aber auch Spaß machte. „Wir sind mit viel Kraft, aber auch Gefühl und Witz bei der Sache.“

Sina Borchert und Jana Flickenschild aus Kiel, zwei ihrer Freundinnen, waren ebenso ins mittelalterliche Gewand gehüllt. „Da unsere Eltern in Hohenlockstedt wohnen, passt es hier sehr gut für uns“, sagte Sina Borchert. Und sie wollten sich noch einige Bands ansehen wie etwa die Headliner Corvus Corax und Saltatio Mortis. „Und Knasterbraut – die sind sehr witzig“, ergänzte Jana.

Dunkel und düster wurde es für diejenigen, die Steven Metz aus Hamburg begegneten. Er stellte einen Chaos-Krieger, eine Figur aus einem Rollenspiel, dar; ganz in schwarz gekleidet, vollständig geschminkt und mit einem überdimensionalen Morgenstern ausgerüstet. „Es gefällt mir hier sehr gut, es könnten aber gerne noch mehr in Verkleidung kommen“, wünschte er sich. Nur um schon wieder mit dem nächsten Besucher für ein Foto zu posieren.

Das mussten auch Anna-Lena und Hiljo Ulbrich aus Bremervörde, die als Highlander und komplett blauer Avatar verkleidet dabei waren. „Ich habe mich zwei Stunden lang geschminkt“, erzählte Anna-Lena.

„Ich stelle einen Schotten aus dem 14. bis 16. Jahrhundert dar“, sagte Hiljo Ulbrich. Selbstverständlich hat auch er seine Kleidung selbst gemacht. „Wir nehmen noch am historischen Schwertkampf und der Gewandprüfung teil“, sagte er. Weil ihnen das Fest so gut gefällt, fahren sie auch bis zu 700 Kilometer im Umkreis mit zu den Veranstaltungen.

Das freute besonders Veranstalter Gisbert Hiller, der in dunkler Sonnenbrille auf dem Gelände unterwegs und bereits am ersten Tag mit dem Verlauf und der Resonanz zufrieden war. „Es ist hier eine lebendige Erlebniswelt, in der man friedlich und harmonisch Gleichgesinnte treffen kann“, sagte er. So sei das Motto „Sei, was Du sein willst“ beim Spectaculum Programm.

Zunächst vor zwei Jahren früher im Juni mit mäßigerer Resonanz veranstaltet, habe man nun mit dem Tag der deutschen Einheit einen perfekten Termin gefunden. „Es ist in Hohenlockstedt unser 24. Termin des Jahres und ein würdiger Abschluss unserer Saison.“ Da dieses Datum im kommenden Jahr auf einen Sonnabend fällt, findet das Spektakel dann aber nur an zwei Tagen statt.

 

 

 

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erstellt am 06.Okt.2014 | 11:45 Uhr

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