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Elbmarschenhalle Horst : Zeit der Messen ist vorbei

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Zukunft der Elbmarschenhalle liegt in der Schwebe. Für die Ladenzeile steht aber fest: Es soll vergrößert werden.

Die Blütezeit der Elbmarschenhalle ist vorüber. Über Jahre hinweg war die Halle so etwas wie das Messe-Zentrum der Region. Doch nun scheint dieses Kapitel ein für allemal beendet. Die benachbarte Ladenpassage soll ausgebaut werden, dafür droht der Messehalle das endgültige Aus. „Wir planen dauerhaft dort keine Veranstaltungen mehr“, sagt Prokurist Arne Parchent von der Immobilienfirma Semmelhaack, der das Areal gehört.

Viele Ur-Horster kennen die Elbmarschenhalle noch als Standort von Möbel Unger. Später hieß das Möbelhaus Cosa, kurz darauf stand das Gebäude leer. Nach nur zehn Monaten schloss Cosa Ende Juli 1999 seine Pforten und entließ 160 Mitarbeiter, nachdem man das Gebäude noch ein Jahr zuvor für rund zehn Millionen Mark renoviert hatte. 2001 kaufte der Elmshorner Bauunternehmer Theodor Semmelhaack die Immobilie, angeblich für einen zweistelligen Millionenbetrag.

Der Itzehoer Peter Wischmann sorgte schließlich für die Wiederbelebung, indem er mit seiner Agentur Globus Events die Idee einer Messe- und Veranstaltungshalle umsetzte. Als umtriebiger „Macher“ organisierte er Messen für Häuslebauer und Autofans, die sich weit über Horst hinaus einen Namen machten. 2011 zog sich Wischmann zurück und übergab die Rolle des Hallenbetreibers an seinen Nachfolger Jürgen Wefer aus Elmshorn. 2015 schlitterte dessen Betreibergesellschaft in die Pleite, später schloss Semmelhaack als Eigentümer Einzelverträge mit verschiedenen Veranstaltern.

In den kommenden Monaten sind umfangreiche Umbauarbeiten geplant. Dabei wollen Aldi, Edeka und auch Rossmann ihre Verkaufsflächen deutlich vergrößern. Parallel dazu wird die Messehalle schrumpfen. Die nötige B-Plan-Änderung sei inzwischen von den politischen Gremien abgesegnet worden, sagt Parchent. Der entsprechende Bauantrag sei Ende 2016 eingereicht worden. „Auch die Mietverträge sind unterschrieben“, so Parchent. Läuft alles wie geplant, soll noch im ersten Halbjahr mit den Bauarbeiten begonnen werden. Konkret soll der Edeka-Markt um rund 500 Quadratmeter wachsen – allerdings inklusive neuer Lagerflächen. Die reine Verkaufsfläche wird um etwa 240 Quadratmeter erweitert. Die Drogerie Rossmann wird um rund 190 Quadratmeter zulegen, und der Aldi-Markt um etwa 400 Quadratmeter, davon rund 190 Quadratmeter Verkaufsfläche. Die Apotheke in der Ladenzeile soll nach Aussage Parchents nur geringfügig wachsen. „Ganz links im Gebäude, neben Edeka, stehen dann noch hundert Quadratmeter zur Verfügung, für die wir noch einen geeigneten Dienstleister suchen.“ Vorstellen könnte sich Parchent beispielsweise eine Annahmestation.

Die Messehalle, das eigentliche Kernstück des Elbmarschenareals, bleibt hingegen leer. Vorerst zumindest. Im Dezember fanden dort noch eine Eisenbahnmesse und ein Flohmarkt statt. Seither herrscht Ruhe. Ob es die Ruhe vor dem Sturm ist, muss noch geklärt werden. Über die weitere Verwendung der Halle stehe man in Gesprächen mit der Gemeinde, verrät Parchent. Möglich wären Büros und Ausstellungsflächen. Auch eine Erweiterung der ohnehin schon bestehenden Lagerfläche sei denkbar. Doch noch sei nichts spruchreif. „Sobald sich das ändert, werden wir die Öffentlichkeit informieren“, verspricht der Semmelhaack-Prokurist.

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