zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

18. Oktober 2017 | 15:28 Uhr

Chemie : Zaubern mit Tinte, Filter und Kohle

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

10 Jahre Kinderlabor in Brunsbüttel: Mehr als 5000 Schüler standen schon an den Tischen. Erste Bewerber bei Sasol und Bayer fanden darüber zur Chemie.

shz.de von
erstellt am 28.Nov.2014 | 17:08 Uhr

Blaues mit Tinte verfärbtes Wasser fließt durch einen Filter in ein Becherglas. Josefine rührt Pulverkohle hinein. Tief schwarz färbt sich die blaue Flüssigkeit und Jakob macht große Augen, als er das neue Gemisch abermals durch den Filter gießt: Jetzt bleibt die Farbe hängen. Klares Wasser tropft in den Becher. Ungläubig faltet der Siebenjährige sein Filterpapier auseinander. Er guckt und staunt und strahlt dabei über das ganze Gesicht.

„Das sieht aus wie blaue Sonnenstrahlen“, freut sich der Erstklässler aus der Boy-Lornsen-Grundschule über die Tinte im Filterpapier. Gerade hat er herausgefunden, wie ein Chemikant verschmutztes Wasser reinigen kann. Was wie Zauberei wirkt ist reine Chemie. Die Kohle bindet die Tinte, weiß Niklas Staak, Auszubildender im zweiten Lehrjahr bei Bayer.

Seit zehn Jahren erklären Auszubildende aus den Chemieunternehmen Sasol und Bayer Schulkindern ihre Welt der Chemie mit faszinierenden Alltags-Experimenten. So lange gibt es in Brunsbüttel das Kinder-Mitmachlabor in der ehemaligen Grundschule Süd.

Mehr als 5000 Schüler aus den Kreisen Steinburg, Dithmarschen und Nordfriesland haben hier schon mit Kittel und Brille am Experimentiertisch gestanden, berichtete Wolfgang Pfeffer (Sasol) am Mittwoch bei der Jubiläumsfeier bekannt. Er hatte sich die Laboridee vor zehn Jahren bei BASF abgeguckt und aus Ludwigshafen nach Brunsbüttel übertragen.

„Es ist viel passiert in den letzten zehn Jahren“, äußerte er. Einziger Wermutstropfen sei, dass die Betriebe, die das Kinderlabor mit ins Leben gerufen haben, heute zum Teil nicht mehr existieren. Anfänglich waren es Sasol, Bayer, DyStar, Rütgers, Elbechemie, Sava und Yara.

Heute stehen nur noch Sasol und Bayer mit Verbrauchsmaterial und dem Knowhow ihrer Auszubildenden hinter dem Kinderlabor, das seit gut fünf Jahren unter Trägerschaft der Volkshochschule steht. „Wir wollten es an einen übergeordneten Bildungsträger andocken – nicht an eine Schule oder an einen Betrieb“, betonte Knut Pommerenke, der bei Bayer für den Bereich Ausbildung und Training zuständig ist. Ihm und Wolfgang Pfeffer ist wichtig, dass das Kinderlabor ein neutraler und außerschulischer Lernort bleibt. Bürgermeister Stefan Mohrdiek lobte dieses Prinzip. „Das Konzept geht auf.“ Er sieht im Kinderlabor ein Aushängeschild für die Stadt als Industriestandort. Besonders die Kombination, dass Auszubildende und Schüler gemeinsam lernen, gefiel ihm

Und es wird weitergehen, versprach Sasol-Werkleiter Dr. Kay Luttmann mit Blick auf den demografischen Wandel: „Man muss etwas tun, damit wir als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen werden.“ Bemerkenswert sei, dass heute erste Bewerber kommen, die selbst einmal im Kinderlabor gewesen seien.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen