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Zähes Ringen um den Neubau der Bundespolizei in Kanalnähe

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Brunsbüttel | Das war eine schwere Geburt: Nach zäher Diskussion um die Ansiedlungspläne der Bundespolizei auf dem hinteren Grundstücksteil der Koogstraße 108 fand sich am Dienstagabend im Bauausschus eine Mehrheit, um die Bauleitplanung anzuschieben. Mit sechs Ja- gegen drei Neinstimmen sprach sich der Ausschuss für die Bebauung mit einer Zufahrt von der Schillerstraße aus.

Hintergrund: Bereits im Mai stand dieser Punkt auf der Tagesordnung des alten Bauausschusses. Eine Entscheidung gab es nicht. Die Bundespolizei ist derzeit unmittelbar an der Großen Nordschleuse ansässig. Doch dort muss das Gebäude weichen, weil das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) auf seinem Gelände die Deicherhöhung des Landes fortsetzen muss. Das Gebäude in den Deich zu integrieren ist ebenso wenig möglich wie eine Ausdeichung, so dass Spundwände das Polizeigebäude umgeben und für den Flutschutz im angrenzenden Stadtgebiet sorgen. Das versuchte WSA-Chefin Gesa Völkl im Ausschuss deutlich zu machen.

Sie hatte ebensowenig wie Ausschussvorsitzender Michael Kunkowski (CDU) mit der Beharrlichkeit von Bettina Jebens (FDP) und Wili Malerius (SPD) gerechnet. Beide gaben sich redlich Mühe, das Ansinnen der Bundespolizei zu hinterfragen. Bettina Jebens sorgte sich um das Gesamtbild des Grundstücks mit der inzwischen als marode geltenden alten Plathe-Villa, wenn das Areal geteilt und im hinteren Bereich mit einem Verwaltungsgebäude, Pkw-Stellplätzen und einem Notstromaggregat bebaut wird. Malerius mochte nicht akzeptieren, dass für die 42 Beamten der Brunsbütteler Bundespolizei jeder Meter Entfernung von den großen Schleusen eine Verschlechterung darstelle. Er brachte sogar das ehemalige Aldi-Gebäude, das auch für den ebenfalls vom Zwangsumzug betroffenen Wasserschutz im Gespräch ist, auf den Plan. Doch das akzeptiert die Bundespolizei ebenso wenig wie einen Neubau auf der Südseite.

Jörg Weimann, Leiter der auch für die Dienststelle Brunsbüttel zuständigen Bundespolizei-Inspektion Flensburg, verwies auf die hohe Zahl der Schiffskontrollen, die seine Beamten zu Fuß erledigen müssen. Jeder Meter Entfernung koste Zeit. Allein im vorigen Jahr nahm die Bundespolizei in der Schleusenstadt die Besatzungen von 17 000 Schiffen unter die Lupe. Jede Verzögerung bedeutet dabei eine längere Liegezeit der Frachter in den Schleusen.

Das Grundstück mit der Plathe-Villa, auf das einige Ratsmitglieder ein Auge geworfen haben, gehört dem WSA. Deshalb auch wird es von der Bundespolizei favorisiert. Für die drängt die Zeit, weil das WSA 2015 mit dem Hochwaserschutz beginnen will. Ob ein kostengünstiger Deich aufgeschüttet wird oder wie im Bereich der Kleingartenanlagen eine - teure - Spundwand gezogen wird, konnte Gesa Völkl nicht sagen. Die Planungen laufen noch.

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erstellt am 15.Aug.2013 | 03:09 Uhr

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