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„Xaver“ trifft den Norden mit voller Wucht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Orkan und Sturmflut / Öffentliches Leben lahm gelegt / Massive Verkehrsbehinderungen / Heute schulfrei in Schleswig-Holstein und Hamburg

shz.de von
erstellt am 06.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Das Orkantief „Xaver“ hat gestern mit Orkanböen von mehr als 140 Stundenkilometern über Schleswig-Holstein gewütet. Vor allem an der Nordseeküste und auf den Inseln tobte sich das Sturmtief aus. In List auf Sylt wurden sogar Spitzengeschwindigkeiten von 185 Stundenkilometern gemessen. Auf Helgoland erreichten die Böen 154 Stundenkilometer. Auch an der Ostseeküste gewann der Sturm am frühen Abend deutlich an Stärke. Am Leuchtturm Kiel lag die Windgeschwindigkeit bei 137 Stundenkilometern. Eine erste Sturmflut traf die Nordseeküste mit Wasserständen von drei Metern über dem Mittleren Hochwasser. Die nordfriesischen Halligen wie Langeneß und Hooge meldeten „Land unter“. Größere Schäden blieben aber zunächst aus. In ganz Schleswig-Holstein wurden rund 200 Einsätze von Polizei und Feuerwehr ausgelöst, schwer verletzt wurde laut Polizei niemand.

„Die Urgewalt, die da tobt, macht auch den stärksten Deich und die großen Bagger zu Strichen in der Landschaft“, zeigte sich Umweltminister Robert Habeck beeindruckt von den Naturgewalten, die das öffentliche Leben teilweise lahm legten: Umgestürzte und entwurzelte Bäume sorgten dafür, dass die Autobahn 7 sowie Bundes- und Landesstraßen gesperrt werden mussten. Die Deutsche Bahn stellte zunächst den Fernverkehr, am späten Abend auch den Regionalverkehr komplett ein. Nur zwischen Hamburg und Lübeck fuhren noch Züge. Auch die Nord-Ostsee-Bahn (NOB) fuhr zwischen Hamburg-Altona und dem nordfriesischen Niebüll nicht mehr, ebenso der „Sylt Shuttle“. Wegen des Unwetters gab es keinen Ersatzverkehr. In Elmshorn fuhr ein Zug der AKN in einen Baum, der Zugführer wurde leicht verletzt. Die Inseln und Halligen waren vom Festland abgeschnitten. Der Verkehr auf dem Nord-Ostsee-Kanal kam zum Erliegen. In vielen Schulen fiel der Unterricht aus. In Hamburg und Schleswig-Holstein ist auch heute schulfrei. Viele Weihnachtsmärkte waren geschlossen oder machten vorzeitig dicht. Der Hamburger Dom öffnete gar nicht erst. Landesweit wurden zahlreiche Veranstaltungen abgesagt.

In Hamburg blieben größere Schäden aus. Der Flugverkehr am Hamburger Flughafen war stark gestört. Gestern Mittag wurden fast alle Landungen und Abflüge gestrichen, auch für heute gab es Absagen. Große Schiffe durften weder in die Elbe einlaufen noch Hamburg verlassen.

Berichte Seiten 2 bis 4 und 15 bis 16
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