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Norddeutsche Rundschau

24. Oktober 2017 | 10:37 Uhr

Orkantief : "Xaver"-Schäden werden beseitigt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Aufatmen an der Unterelbe: Die Deiche halten, die Feuerwehren melden weniger Einsätze als bei Sturm "Christian". Das Aufräumen beginnt.

von
erstellt am 05.Dez.2013 | 18:14 Uhr

"Xaver" ist überstanden und hat weniger Schäden angerichtet als befürchtet. Dennoch brachte er den Einsatzkräften viel Arbeit. So musste die Feuerwehr Itzehoe im Klosterholz nördlich der Stadt einen Bereich absperren, in dem ein Baum auf eine Stromleitung gefallen war. Die Eon Hanse hatte den dadurch ausgelösten Stromausfall bereits am Abend durch andere Schaltungen beseitigt, die Leitung muss in Stand gesetzt werden.

In Kollmar hatten Wellen gegen 4.30 Uhr den Elbdeich ausgespült. Landwirte brachten Sandsäcke, um das Loch zu sichern. Freitagmorgen wurde die Ausspülung mit Hilfe von Fachleuten aus dem Landesamt für Küstenschutz gefestigt. Großalarm gab es am Mittag für diverse Feuerwehren im Raum Glückstadt: Die Schäden im  Bielenberger Wäldchen an der Elbe bei Glückstadt waren so groß, dass aufgeräumt werden musste. Denn treibende Baumstämme sind eine große Gefahr für die Deiche.

Der Ausnahmezustand der Regionalleitstelle West ist seit 10 Uhr aufgehoben. Nach einer aktuellen Bewertung der Lage  haben die Führungsgruppe für die Regionalleitstelle und die Ansprechgruppen des Katastrophenschutzes in den Kreisen Dithmarschen, Steinburg und Pinneberg die Arbeit zunächst beendet. "Die aktuelle Wetterlage und die Prognose zeigen eine deutliche Entspannung der Lage", so Stephan Bandlow, Leiter des kommunalen Teils der Leitstelle. "Wir beobachten die Lage aber weiterhin sehr aufmerksam."

   "Die intensive Vorbereitung und Berücksichtigung von Erfahrungen aus dem Orkan "Christian" hat sich ausgezahlt. Das Zusammenspiel aller Einheiten hat sehr gut funktioniert", so das vorläufige Fazit von Bandlow. "Positiv hervorzuheben ist, dass die Notrufnummern in den vergangenen Tagen auch ausschließlich für berechtigte Notfälle genutzt wurden. Dies hat die Arbeit in der Leitstelle erleichtert." Die durchschnittliche Wartezeit bei Notrufen habe 9,3 Sekunden betragen, so Bandlow.  "Die Sensibilisierung der Bevölkerung im Vorwege hat funktioniert."

Von Donnerstag, 12 Uhr, bis Freitag, 10 Uhr, gingen 749 Anrufe ein. Das Anrufvolumen entspricht damit rund ein Viertel der eingegangen Anrufe beim Sturmtief "Christian" (Zeitraum: 4,5 Stunden). Es waren unter anderem 155 Einsätze für die Feuerwehr im Kreis Dithmarschen, 176 Einsätze für Feuerwehr und Technisches Hilfswerk im Kreis Steinburg.

 Aus dem Kreishaus kam schon in der Nacht Entwarnung. Um 9.30 hob Landrat Torsten Wendt  den Katastrophen-Voralarm für die Ämter Horst-Herzhorn, die Kremper- und die Wilstermarsch sowie die Stadt Glückstadt  auf.

Der Wasserstand am Pegel Glückstadt betrug um 05:46 Uhr – der Vorhersage entsprechend - 3,80 Meter über dem mittleren Hochwasser. Für heute Nachmittag, 17:37 Uhr, wird für Glückstadt ein Wasserstand von nur noch 2,5 bis 3 Meter über dem mittleren Hochwasser prognostiziert. Die Deichläufer melden keinerlei Schäden an den Elbdeichen. Auch kurzzeitige Stromausfälle in einigen Regionen waren schnell wieder behoben.  Und auch für die Feuerwehren verlief die Nacht deutlich ruhiger als befürchtet. Knapp 100 Einsätze gab es verstreut über das gesamte Steinburger Kreisgebiet. Zumeist mussten nur Bäume und Äste beseitigt werden. Herzlich dankt Wendt den Einsatzkräften vor Ort und im Katastrophenabwehrstab des Kreises für ihr Engagement.

Am Vortag hatten sich die Helfer und Einsatzkräfte noch auf ein sehr viel größeres Szenario vorbereitet. Orkantief Xaver ließ zwar am Donnerstagnachmittag so manchen Passanten gegen Sturm und Regen ankämpfen, sorgte aber auch hier kaum für größere Schäden. In einigen Gemeinden war der Strom ausgefallen, weil umgestürzte Bäume die Leitungen zerstört hatten. Betroffen waren der Fitzbeker Weg in Brokstedt und die Region um Wulfsmoor. Gegen 17 Uhr waren dort alle Haushalte wieder am Netz. Länger ohne Strom blieben fünf Häuser im Uhrendorfer Weg in Bahrenfleth. Der Defekt werde so schnell wie möglich behoben, teilte die Eon mit.

Im Kreishaus tagte schon am Nachmittag der Katastrophen-Stab, um sich auf Ernstfälle vorzubereiten. „Für uns ist wichtig, dass wir schon lange im Voraus planen, damit im Notfall alles funktioniert“, erklärte Landrat Torsten Wendt. Aktuell sei die Lage noch entspannt. Das Unwetter ziehe auf wie vorhergesagt. Beim Hochwasser in Glückstadt um 16.45 Uhr erreichte die Elbe einen Pegel von 8,50 Metern. Höhere Wasserstände von bis zu 10 Metern werden erst bei dem Hochwasser morgen früh erwartet.

Landrat Torsten Wendt hatte am frühen Nachmittag für die Bereiche der Ämter Horst-Herzhorn, Krempermarsch, Wilstermarsch und die Stadt Glückstadt den Katastrophen-Voralarm ausgelöst. Im Bereich der Kooperativen Regionalleitstelle West, zuständig für Steinburg und Dithmarschen, wurde der Ausnahmezustand erklärt.

Konkrete Auswirkungen hatte "Xaver" zunächst in den Schulen: Nach einer Sitzung des Krisenstabs entschied Schulrat Arnold Rehder, dass an den Grund-, Regional- und Gemeinschaftsschulen mittags um 12 Uhr der Unterricht enden sollte. Die Gymnasien, für die das Land zuständig ist, stimmten sich untereinander ab und schickten ihre Schüler teils noch früher nach Hause. Morgen fällt die Schule landesweit aus.

Mittwoch hatte das Kieler Bildungsministerium entschieden, dass die Schule Donnerstag in den Küstenkreisen ausfallen sollte. Für Steinburg gab es diese Entscheidung nicht, denn da habe es noch kein "Horrorszenario" gegeben, so Rehder. "Das sieht heute anders aus." Die Busse fahren nach Auskunft der Steinburger Linien noch planmäßig.
 

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