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Norddeutsche Rundschau

24. Oktober 2017 | 06:52 Uhr

Orkantief : "Xaver": Katastrophenvoralarm

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Sturmflutgefahr: Landrat löst Katastrophen-Voralarm aus.

von
erstellt am 04.Dez.2013 | 05:00 Uhr

Während der Himmel über dem Kreis Steinburg immer dunkler wird, tagt im Kreishaus der Katastrophen-Stab, auf jeden Ernstfall vorbereitet zu sein. "Für uns ist wichtig, dass wir lange im Voraus arbeiten, damit im Notfall alles funktioniert", erklärt Landrat Torsten Wendt. Momentan ziehe das Unwetter auf wie vorhergesagt. "Bei dem Hochwasser heute Nachmittag sehen wir eigentlich keine größere Gefahr", sagte ein Mitarbeiter des Landesamts für Küstenschutz (LKN). Hochwasser in Glückstadt ist heute Nachmittag um 16.45 Uhr. Gut zwei Stunden zuvor betrug der Pegel dort 7,38 Meter. Erst für das nächste Hochwasser morgen früh werden höhere Pegelstände erwartet.

Laut aktueller Wettervorhersage solle der Sturm heute Nachmittag mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 140 Stundenkilometern wüten, informierte Dr. Stefan Wendt, Mitarbeiter der Kreisverwaltung. Aktuell gebe es bereits ein leicht gesteigertes Einsatzaufkommen für Polizei und Rettungskräfte. Die Einsätze verteilten sich über das gesamte Kreisgebiet. 

Aufgrund der zu erwartenden schweren Sturmflut hatte der Steinburger  Landrat Torsten Wendt  am frühen Nachmittag für die Bereiche der Ämter Horst-Herzhorn, Krempermarsch, Wilstermarsch und die Stadt Glückstadt den Katastrophen-Voralarm ausgelöst. Landrat Wendt rät: "Lassen Sie Ihr Rundfunkgerät eingeschaltet und achten Sie auf weitere Hinweise." Weiter gilt die Warnung: Nicht im Freien aufhalten, Hab und Gut sichern.

Im Bereich der Kooperativen Regionalleitstelle West, zuständig für Steinburg und Dithmarschen, wurde der Ausnahmezustand erklärt. Das bedeutet: Zusätzlich zu der eh schon engen Lagebeobachtung werden jetzt die Katastrophenschutz-Führungsstäbe eingebunden, es gibt Erkundungen in der Fläche. Wesentlich sei das zunächst für die Umstellung des Betriebszustandes, hieß es.
"In der Folgephase können weitere taktische Maßnahmen greifen, wie z.B. die Besetzung der Feuerwehrgerätehäuser."

Konkrete Auswirkungen hatte "Xaver" zunächst in den Schulen: Nach einer Sitzung des Krisenstabs entschied Schulrat Arnold Rehder, dass an den Grund-, Regional- und Gemeinschaftsschulen mittags um 12 Uhr der Unterricht enden sollte. Die Gymnasien, für die das Land zuständig ist, stimmten sich untereinander ab und schickten ihre Schüler teils noch früher nach Hause. Morgen fällt die Schule landesweit aus.

Gestern hatte das Kieler Bildungsministerium entschieden, dass die Schule heute in den Küstenkreisen ausfallen sollte. Für Steinburg gab es diese Entscheidung nicht, denn da habe es noch kein "Horrorszenario" gegeben, so Rehder. "Das sieht heute anders aus." Die Busse fahren nach Auskunft der Steinburger Linien noch planmäßig.

Derweil hat sich der Katastrophenschutz des Kreises auf Sturm „Xaver“ vorbereitet. „Die Kombination aus Eis, Schnee, Glätte, drohender Sturmflut und hohen Windgeschwindigkeiten macht den Sturm so beachtenswert“, betont Landrat Torsten Wendt. Um 15 Uhr bespricht sich der Stab im Katastrophenschutz-Keller im Kreishaus. Wendt rät der Bevölkerung, ihr Hab und Gut so zu sichern, dass es nicht umherfliegen kann und sich nicht im Freien aufzuhalten.

Vorbereitet sind auch die Steinburger Feuerwehren. „Unsere Kameraden sind wie immer einsatzbereit“, sagt Kreiswehrführer Frank Raether. Motorsägen und Ausrüstung lägen bereit. Mittwoch seien darüber hinaus zahlreiche Gespräche geführt und Informationen gesammelt worden. Jetzt müsse abgewartet werden, wie sich die Situation entwickele.

Auch die Polizeidirektion Itzehoe hat sich personell auf die vorhergesagte Lage eingestellt. Die Bevölkerung wird gebeten, den Notruf der Polizeileitstelle 110 nur in Notfällen anzuwählen und andere Anfragen – umgekippte Bäume auf Privatgrundstücken beispielsweise – auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Dies kann auch bei den Polizeidienststellen in den Kreisen erfolgen, die über ihre Amtsrufnummern erreichbar sind.

Die Polizei rechnet mit einer hohen Anzahl von Einsätzen, die Feuerwehr und Rettungsdienst nach Priorität abarbeiten. Bürger werden aufgefordert, auf Radiodurchsagen und Mitteilungen auch über soziale Medien wie Facebook zu achten. Es wird auch mit Verkehrsbeeinträchtigungen gerechnet. Wer kann, sollte sein Fahrzeug zuhause abstellen. Die Polizei rät davon ab, mit Zweirädern unterwegs zu sein oder zu Fuß Wälder zu betreten.



 

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