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Würdiges Lebensende in liebevoller Umgebung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Das Angebot, die letzten Lebenstage mit Hilfe, Trost und Begleitung in einem stationären Hospiz zu verbringen, wird viel häufiger in Anspruch genommen, als manche denken. In Itzehoe gibt es allerdings kein Hospiz, sondern einen Hospizdienst, der den Betroffenen ambulante Sterbebegleiter vermittelt oder sie an eines der wenigen stationären Hospize verweist.

Das nächste Hospiz für Itzehoer Interessierte ist das Johannis-Hospiz in Elmshorn. 2013 haben dort 186 Menschen die letzten Tage ihres Lebens verbracht. Insgesamt gibt es in Schleswig–Holstein 66 Plätze in sechs Hospizen, davon zwölf im Johannis-Hospiz. Die restlichen 54 Plätze verteilen sich auf Niebüll, Lübeck, Kiel, Rendsburg und Geesthacht.

Janet Dahlmann, Leiterin des Elmshorner Johannis- Hospiz, zeigte uns die Einrichtung. Hier arbeiten Pflegende und Hausärzte eng zusammen, um Patienten, die hier lieber als Gäste bezeichnet werden, ein würdiges Sterben zu ermöglichen. So bietet das Hospiz eine häusliche Atmosphäre durch helle und freundliche Einzelzimmer, die z. B. mit speziellen Pflegebetten, Fernseher, Telefon und noch einigem Komfort mehr ausgestattet sind. Mit ihren persönlichen Gegenständen können die Gäste ihren Zimmern eine eigene Note geben. Außerdem gibt es ein Pflegebad, ein Wohnzimmer und eine Küche, um zusammen zu essen und zu plaudern. Auf die Wünsche und Bedürfnisse der Gäste wird jederzeit eingegangen, sie werden z. B. zur gewünschten Zeit geweckt, und Essenswünsche werden auch erfüllt.

Für Familie und Freunde gibt es keine geregelten Besuchszeiten, sie können auch bei den Betroffenen oder im Angehörigenzimmer übernachten. Den Angehörigen können Gespräche über Krankheitsverlauf, Symptome und zu erwartende Veränderungen oft helfen, die Situation einzuschätzen und auszuhalten.

Im Johannis-Hospiz arbeiten derzeit 21 haupt- und 25 ehrenamtliche Mitarbeiter. Jeden Tag geben Krankenschwestern, Krankenpfleger, Sozialdienstmitarbeiter und Sekretäre ihr Bestes für die todkranken Menschen. Ob haupt- oder ehrenamtlich beschäftigt – alle Mitarbeiter, die wir fragen konnten, versicherten, dass es für sie nichts Schöneres gebe, als dort zu arbeiten. Viele Angehörige würden sich im Nachhinein für die engagierte und menschliche Pflege bedanken. Die ehrenamtliche Mitarbeiterin Ellen Bumann meinte, dass es sehr wichtig sei, ein gutes Kollegium zu haben.

Florian Perkovic, stellvertretender Leiter des Johannis-Hospiz, half vor Jahren zuerst nur aus. Heute möchte er diese Arbeit nicht mehr missen. Er erläuterte uns die Voraussetzungen für die stationäre Aufnahme. Häufige Krankheitsbilder, die zur Aufnahme in einem Hospiz führten, seien Krebserkrankungen, AIDS, Erkrankungen am Nervensystem mit fortschreitenden Lähmungen, aber auch chronische Nieren-, Herz- oder Lungenerkrankungen. Unheilbar Kranke, deren Lebenserwartung absehbar begrenzt sei, müssten von ihrem behandelnden Arzt einen Hospizbedürftigkeitsantrag ausfüllen lassen, der zur Krankenkasse geschickt werde. Das Hospiz könne den Patienten erst aufnehmen, wenn die Genehmigung schriftlich oder per Fax eingereicht wurde. Für die Aufnahme im Hospiz seien Personalausweis, Krankenversicherungskarte, der aktuelle Verlegungsbericht, Anschrift des Hausarztes, Telefonnummer, zu Hause vorhandene Medikamente und Pflegemittel, Patientenverfügung, Adresse und Telefonnummer der Angehörigen mitzubringen.

Ein Tag im Hospiz koste pro Gast 250 Euro – davon würden 225 Euro von der Kranken- und Pflegekasse übernommen. Die Differenz von 25 Euro pro Tag werde für alle zwölf Gäste durch Spenden finanziert, z. B. des Fördervereins Pinneberg, der Johanniter und des Fördervereins lebens:zeit Elmshorn. Aber nicht nur mit Geld könne man das Hospiz unterstützen, auch ehrenamtliche Helfer würden gebraucht. „Davon kann man nie genug haben“, sagte Janet Dahlmann. Wer helfen möchte, kann sich an die Fördervereine wenden oder direkt beim Johannis Hospiz informieren: 04121/294-2150.

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erstellt am 08.Feb.2015 | 11:10 Uhr

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