Wolfsmeile - ein Besuchermagnet

Nancy ließ sich eine Korsage aufsprühen.
Nancy ließ sich eine Korsage aufsprühen.

shz.de von
02. August 2010, 07:10 Uhr

Hohenlockstedt | Indianerzelte und Cowboyhüte, Trucks, Oldtimer und Flugzeuge - das Trucker- und Country-Festival "Wolfsmeile" lockte am Wochenende Tausende Fans von Truckerromantik, Country und Westernstyle. Zum vierten Mal auf dem Flugplatz Hungriger Wolf veranstaltet, wurde es wieder zu einem Erfolg. Ausgerichtet von der Itzehoer Veranstaltungsagentur globus-events, wurde den Besuchern bei dem mittlerweile größten Trucker- und Countryfestival Norddeutschlands wieder einiges geboten.

Mehr als 300 Trucks standen, fein säuberlich aufgereiht, Spalier. Mit Auflieger oder ohne ausgestellt, ob europäische oder amerikanische Modelle - die PS-starken Ungetüme wurden zum Hort von Kommunikation und Information.

Hinter ihren 40-Tonnern hatten sich die Angestellten von Tobias Grossmann von der Transporterfirma "Kühltrans Nord" aus Herzhorn eingerichtet. Sieben große Lkw hatten sie aufgefahren, 20 Angestellte machten es sich dazwischen mit Familien an Tischen und Bänken gemütlich. "Es gibt hier die gute Möglichkeit, mit Bekannten, Geschäftspartnern und Familien ins Gespräch kommen und sich einmal auf andere Weise zu treffen", erklärte Tobias Grossmann. Das galt nicht für alle, Angestellte Patrick Brammann sagte: "Ich muss heute Nacht schon wieder los."

Aber auch ihren Frauen, Monika Wszelaki, Janina Götz und Barbara Wszelaki, gefiel die Veranstaltung. "Sie ist sehr nett aufgebaut, es gibt auch ein Programm für die Kinder", freute sich Barbara Wszelaki.

Auf der daran anschließenden Truckermeile mit Trödel- und Teilemarkt gab es Raritäten und Schnäppchen. Am Stand fürs Goldschürfen herrschte ebenfalls Hochbetrieb. Wer aus einem mit Sand und Wasser gefüllten Becken 50 Gramm "Gold" heraus gewaschen hat, erhielt von den Mitarbeiterinnen Maja Püttner und Hannelore Wilhelm ein Geschenk. Petra Söth war mit ihrer Tochter Amy (9) fleißig dabei, mit den Tellern den Sand zu durchsieben. "Meine Söhne haben schon einen Modell-Lkw und eine Pistole gewonnen", erzählte sie. "Das bringt ja auch viel Spaß", pflichtete ihr ihre Tochter bei.

Viele Besucher waren dem Anlass entsprechen gekleidet. Aus dem angrenzenden Indian-Village kamen sie als Bleichgesichter und Rothäute. Jochen und Ute Anderßen waren stilecht als US-Siedler in Trachten aus der Jahrhundertwende gekleidet. "Wir werden oft angesprochen, ob die Leute mit uns ein Foto machen können", so Ute Anderßen. "Das ist natürlich eine reine Getränkefrage", entgegnete Jochen Anderßen mit einem Augenzwinkern.

Als Indianerhäuptling mit Federschmuck und Schutzschild lief Hans-Thomas Tüchsen aus Neumünster über das Gelände. "Ich komme aus dem Indianerdorf. Wir sind acht Indianer und haben drei Tipis." Er selber sei vom "Clan der Schildkröte" vom Stamm der "Blackfeet". Er habe nur gute Erfahrungen gemacht. "Die Leute sind sehr interessiert und sehen sich alles in unserem Dorf genau an."

Von weit her kamen Niko Kiebler und Luba Rusch. "Wir sind aus Lampertsweiler im Schwabenland 900 Kilometer hierher gefahren", erzählte er, "weil ich ein großer Truckerfan bin und viel Country- und Westernmusik höre." Selber auch Truckfahrer, habe er seine Freundin mit seinem Interesse für große Fahrzeuge und das gesamte Drumherum auch schon angesteckt. "Ich bin inzwischen auch ein Fan", sagte sie.

Parallel dazu richtete der Itzehoer Luftsportverein (ILV) seine Erlebnistage aus, ständig starteten die Flugzeuge zu Rundflügen. Im musikalischen Rahmenprogramm sorgten die Bands "Nashville Tops" und "The White Lines" für Stimmung, die durch Line-Dance noch gesteigert wurde. In den Live-Pausen legte DJ Tony Tornado "heiße Scheiben" auf.

Vorführungen mit Airbrush und Bodypainting sorgten für farbenfrohe Höhepunkte. So ließ sich Nancy (28) aus Itzehoe ihren nackten Körper an "Kockis Airbrush"-Stand mit Farbe so einsprühen, dass schließlich eine Korsage auf dem bloßen Oberkörper entstand. Obwohl es etwas zugig war, sagte sie: "Ich fühle mich sehr wohl." Die Reaktionen seien sehr positiv gewesen. "Das Outfit habe ich mir selber ausgedacht."

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