Bürgermeisterwahl in Hohenlockstedt : Wolfgang, der Glückliche

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Nach drei Wahlgängen gab es keine Entscheidung - das Los entschied für Wolfgang Wein.

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23. Juni 2018, 08:00 Uhr

Für Wolfgang Wein war Donnerstag ein Glückstag. Erst konnte er seinen 33. Hochzeitstag feiern, dann wurde der 58-jährige Polizeibeamte zum neuen ehrenamtlichen Bürgermeister der Gemeinde Hohenlockstedt gewählt. Und dazu brauchte der CDU-Politiker eine Portion Glück.

Da alle drei Wahlgänge zuvor weder ihm noch seinem Kontrahenten Carsten Fürst (Bürger für Hohenlockstedt) eine Mehrheit brachten, musste das Los entscheiden. Hier zog Udo Bujack als ältestes Mitglied der Gemeindevertretung den Zettel mit dem Namen von Wolfgang Wein. In der geheimen Wahl bekamen die beiden Bewerber jeweils zehn Stimmen. Die BfH hat im 21-köpfigen Gemeinderat neun Sitze, die CDU sechs, die SPD vier und die IHB zwei. Allerdings fehlte bei der konstituierenden Sitzung ein IHB-Vertreter, Im Vorwege hatte die SPD zugesagt, den CDU-Mann Wolfgang Wein zu unterstützen, die Interessengemeinschaft Hohenlockstedter Bürger hatte sich nicht geäußert. Wolfgang Wein ist in Kellinghusen geboren und Vater von drei Kindern. Seit 20 Jahren arbeitet er kommunalpolitisch für Hohenlockstedt.

In den Tagen vor der Wahl sorgte die Ankündigung der CDU, zur konstituierenden Sitzung einen eigenen Kandidaten aufzustellen, für Gesprächsstoff. Die BfH kritisierte das als nicht ehrlich den Bürgern und Wählern gegenüber. Einzig die Bürger für Hohenlockstedt hatten für die Kommunalwahl mit Carsten Fürst einen Bürgermeisterkandidaten aufgestellt. Der Vorsitzende Klauspeter Damerau bezeichnete Wein der Norddeutschen Rundschau gegenüber als „schwächsten Mann“ der CDU.

Das rief während der Sitzung noch einmal den bisherigen Bürgermeister Jürgen Kirsten (SPD) auf den Plan. Er appellierte an die neue Vertretung, eine Zusammenarbeit frei von „Anfeindungen und unsachlichen Bemerkungen“ zu suchen. „Denn es geht einzig und allein um die Bürger von Hohenlockstedt.“ Für die neue Vertretung gebe es in den nächsten Jahren viel zu tun. Kirsten nannte in diesem Zusammenhang unter anderem den Neubau des Bauhofes, die nachhaltige gesundheitliche Versorgung und altersgerechtes Wohnen. Da mache es sich nicht gut, im Vorfeld einen Kandidaten als schwächsten Mann zu bezeichnen. „Das ist ehrabschneidend.“ Hier sei eine öffentliche Entschuldigung für „die verbale Entgleisung“ angebracht, sagte Kirsten in Richtung Damerau, der darauf jedoch nicht reagierte.

Einig waren sich die Kommunalpolitiker anschließend bei allen anderen Wahlen und bei der Besetzung der Ausschüsse. Stellvertretender Bürgermeister bleibt Dieter Thara (BfH), zum zweiten stellvertretenden Bürgermeister wählte die Gemeindevertretung den neuen SPD-Fraktionsvorsitzenden Jürgen Klein.

Die Ausschüsse leiten Dieter Thara (Personal- und Koordinierungsausschuss), Carsten Fürst (Finanzen und Wirtschaft), Nadja Nolte (SPD, Jugend, Sport und Soziales) sowie Marko Förster (CDU, Bau und Umwelt).

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