zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

22. Oktober 2017 | 21:28 Uhr

wohnen+ : Wohnprojekt mit Zukunft

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Am Bielefelder Modell orientiert sich das Konzept für den Neubau in der Posadowskystraße in Brunsbüttel. Wohngenossenschaft, Kreis und Stiftung Mensch stehen gemeinsam dahinter.

von
erstellt am 23.Feb.2014 | 08:00 Uhr

Wohnen im Alter hat viele Gesichter. Eines davon wurde gestern in Brunsbüttel vorgestellt. An der Posadowskystraße 4 hat das Wohnungsunternehmen Dithmarschen für 3,3 Millionen Euro das Projekt „Wohnen+“ realisiert: 21 Wohnungen zwischen 46 und 99 Quadratmetern, zu einer Nettomiete von 8,50 Euro pro Quadratmeter. Beteiligt sind der Kreis Dithmarschen und die Meldorfer Stiftung Mensch. Den Anstoß dafür gab die Suche nach einem zukunftsweisenden Konzept, nach dem Alte nicht zwangsläufig ins Heim müssen, nur weil die Gesundheit nachlässt. Fündig wurden die Initiatoren nicht im nördlichsten Bundesland, sondern in Bielefeld (Nordrhein-Westfalen).

„Das Bielefelder Modell passt perfekt nach Dithmarschen“, erklärte das Vorstandsmitglied des Wohnungsunternehmens, Holger Timm. Und Landrat Dr. Jörn Klimant empfahl, sich das Haus, in dem auch eine Gästewohnung, ein Gemeinschaftsraum und ein Pflegedienst der Stiftung Mensch untergebracht sind, nicht nur anzusehen. Abgucken von diesem Konzept sei vielmehr besonders wichtig. Denn „Wohnen+“ müsse sich in Dithmarschen nicht auf Brunsbüttel beschränken.

Das sah auch Volker Miller so. Der Leitende Verwaltungsbeamte des Amts Marne-Nordsee gehörte zu den geladenen Gästen aus Politik und Verwaltung. Gegenüber unserer Zeitung sagte Miller, dass er sich eine solche Einrichtung auch für Marne vorstellen könne. „Bezahlbarer Wohnraum fehlt.“

Das Konzept erschöpft sich jedoch nicht in preisgünstiger Miete. Vielmehr sei der gewählte Weg deshalb zukunftsträchtig, weil dort Menschen trotz Einschränkungen in barrierefreien Wohnungen leben könnten, ohne sich von der Umwelt abschotten zu müssen, weil sie etwa Treppen nicht mehr bewältigen können. Im Haus an der Posadowskystraße gibt es einen Aufzug. Idealerweise, so Dorothee Hunfeld (Stiftung Mensch) mischen sich dort als Bewohner alte und junge Menschen. Ein so genannter Quartiersmanager, eine Art Sozialarbeiter, steht bereit, sich als Ansprechpartner zu kümmern – wenn dies gewünscht wird. Auch der Gemeinschaftsraum muss nicht genutzt werden, jeder hat ja seine Wohnung. Aber er ist offenbar jetzt schon ein guter Treff für gemeinsame Aktivitäten. Und, so Architekt Ole Ott: Das Haus stehe zentral in Brunsbüttel, vieles sei fußläufig erreichbar.

„Für die jetzt alte und die mittlere Generation ist das eine neue Form für zufriedenes Altern“, fasste Dr. Hildegard Entzian (Sozialministerium) ihre Eindrücke zusammen. Denn es gehe letztlich darum, eine Situation zu schaffen, „damit ältere Menschen in dem Umfeld bleiben können, das sie gewohnt sind“. „Wohnen+“ stehe genau dafür. Dass dies in der Schleusenstadt gelungen sei, steht für den Landrat außer Frage. Klimant: „Das ist ein Leuchtturm für Dithmarschen.“

Es seien in den Neubau durchweg Menschen eingezogen, die aktiv bleiben wollten, so Hunfeld. Genau das sei der entscheidende Ansatz, den letztlich auch die Stiftung Mensch verfolge. Für sie selbst gebe es keine Frage, ob sie in einem solchen Wohnmodell leben würde. Die Antwort laute eindeutig „ja“.

Ein solches Vorhaben zu realisieren sei gerade für Genossenschaften wie das Wohnungsunternehmen Dithmarschen ideal, befand Holger Timm. Denn anders als private Investoren müssten Genossenschaften nicht auf eine möglichst schnelle und hohe Rendite schielen. Sie seien vielmehr dem Gemeinschaftsgedanken verpflichtet.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen