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Bauvorhaben in Itzehoe : Wohnprojekt mit guter Mischung

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Grundstein für „Alte Gärtnerei“ gelegt. Fertigstellung für Anfang 2018 geplant. 32 von 36 Wohnungen bereits vergeben.

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erstellt am 12.Apr.2017 | 04:57 Uhr

Münzen, Baupläne, ein Glücksschwein und die aktuelle Ausgabe der Norddeutschen Rundschau werden nachfolgende Generationen finden, sollten sie irgendwann einmal die Fundamente der beiden neuen Mehrfamilienhäuser auf dem Gelände der Gärtnerei Eggert an der Sandkuhle öffnen. Und noch etwas wurde bei der jetzt erfolgten Grundsteinlegung in einem Zylinder aus Kupfer versenkt: Eine Mitgliederliste jener Genossenschaft, der die Gebäude mit 36 Wohnungen gehören. Denn es handelt sich nicht um „normale“ Eigentumswohnungen: Die Besonderheit des Bauprojektes mit einem Volumen von knapp 6 Millionen Euro liegt darin, dass alle Bewohner zunächst als Mieter einer Genossenschaft einziehen, deren Eigentümer sie selbst sind.

„Eigentlich hätten wir heute fast Richtfest und Grundsteinlegung zusammen feiern können“, sagte Bürgermeister Andreas Koeppen mit Blick auf den fortgeschrittenen Bau des einen Gebäudes. Auf der anderen Seite des Baugrundstücks klafft dagegen noch eine tiefe Grube. Dort ist noch viel zu tun, soll der angestrebte Termin der Fertigstellung Anfang 2018 gehalten werden. „Wir haben im Boden ein paar Überraschungen gefunden, die für Verzögerungen gesorgt haben“, erklärte Jasna Baumgarten, Geschäftsführerin des Projektentwicklers Ting aus Schwentinental.

Das Unternehmen hat das genossenschaftliche Bauprojekt auf den Weg gebracht. 36 Stadtwohnungen mit zwei oder drei Zimmern und einer Wohnfläche zwischen 42 und 83 Quadratmetern entstehen. Die Hälfte davon werden über Töpfe des sozialen Wohnungsbaus staatlich gefördert. Die Vorteile liegen laut Baumgarten in der geringen Eigenkapitalquote für die Genossenschaftsmitglieder. „In diesem Projekt können Menschen eine Wohnung bekommen, die sich sonst keine Eigentumswohnung leisten können.“ Zwischen 24  000 und 73  000 Euro müssen als Einlage gezahlt werden. Der Rest der Baukosten wird über Kredite finanziert. Sind diese über die Mieten beglichen, zahlen die Wohnungsinhaber nur noch die Betriebskosten für die Gebäude.

Durch dieses Finanzierungsmodell erwartet Baumgarten eine „tolle Durchmischung“ bei den Bewohnern. Die Häuser seien für Familien ebenso gut geeignet wie für Singles, Ruheständler und Menschen mit Behinderung. Schwellenfreie Übergänge, breite Türöffnungen, bodengleiche Duschen und Fahrstühle machen Wohnungen und Gemeinschaftsraum barrierearm. „Ich bin froh über dieses Projekt“, sagte Koeppen. „Das Modell ist nicht so stark ausschließend, wie es der Immobilienmarkt sonst ist.“ Itzehoe brauche frischen, neuen Wohnraum in Zentrumsnähe, wie er jetzt an der Sandkuhle entstehe.

Die Hausgemeinschaft der Wohngenossenschaft „Alte Gärtnerei“ hat sich bereits weitgehend formiert. 32 der 36 Wohnungen sind bereits vergeben. Für die restlichen vier Wohnungen werden noch Interessenten gesucht, den Vertrieb hat die VR Bank übernommen. Viele der künftigen Bewohner nahmen bereits an der Grundsteinlegung teil. Für die Verpflegung beim anschließenden Umtrunk im Rohbau sorgte bereits der frisch gewählte Festausschuss. So soll es laut Baumgart auch in Zukunft laufen. Ihr Unternehmen helfe beim Start, langfristig soll die Selbstverwaltung der Bewohner im Mittelpunkt stehen.

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