asylbewerber : Wohin mit den Flüchtlingen?

Im Kreishaus überlegt man, wio Asylbewerber künftig untergebracht werden können.
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Im Kreishaus überlegt man, wio Asylbewerber künftig untergebracht werden können.

Kreis Steinburg stößt bei der Unterbringung von Asylbewerbern an seine Grenzen. 220 Menschen bis Ende des Jahres erwartet. Der Großteil kommt aus Syrien und Tschetschenien.

shz.de von
23. Dezember 2013, 16:12 Uhr

Bei der Unterbringung von Asylbewerbern stößt der Kreis Steinburg inzwischen an seine Grenzen. „Wir sind am Limit“, sagte Sozialamtsleiterin Ellen Gahtow auf Nachfrage von Kreistagsabgeordneten. An das Aufstellen von Containern werde aktuell aber noch nicht gedacht. In einem Amt, so Gahtow, habe man mit der Anmietung eines früheren Altenheims eine gute Lösung gefunden. In einer Steinburger Stadt werde es mit den Aufnahmekapazitäten aber schon schwierig. Inken Carstensen-Herold (Grüne) merkte an, dass es bei der Unterbringung der Menschen nicht nur auf die Zahl der Plätze, sondern auch auf die Art und Weise ankomme.

Tatsächlich ist der Zahl der Asylsuchenden auch in Steinburg deutlich gestiegen. 2006 waren es 16, 2010 58 Menschen. Nach Prognose des Landesamtes für Ausländerangelegenheit in Neumünster werden in Steinburg bis zum Jahresende rund 220 Menschen erwartet. Sie alle müssen nicht nur untergebracht, sondern auch betreut werden.

Besonders arbeits- und zeitintensiv, so heißt es aus der Verwaltung, seien die Klärung der Identität und das Beschaffen von Dokumenten. Vielfach könnten Asylsuchende dann nicht als Flüchtlinge anerkannt werden. Ihnen drohe die Abschiebung, was oft aber nicht gelinge. Wie es aus dem Kreishaus weiter hieß, seien es nicht einmal die Flüchtlinge aus Syrien, die zu den erhöhten Zahlen führen. Ein großes Problem stellten russische Staatsangehörige aus Tschetschenien dar, die über Schlepperorganisationen nach Polen und dann weiter nach Deutschland gebracht würden. Inzwischen sind auch die Mitarbeiter der Ausländerbehörde am Limit angekommen. Hier war die Besetzung in den vergangenen Jahren zurückgefahren worden. Kurzfristig springt dort ein Mitarbeiter aus der Verkehrsaufsicht zur Unterstützung ein. FDP-Abgeordneter Tobias Rückerl befürchtet, dass der Ausländerzustrom im neuen Jahr um weitere 50 Prozent zunehmen wird. Aus dem Ordnungsamt hieß es mit Blick auf die personelle Ausstattung, dass man die Entwicklung genau beobachten werde.

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