Nach dem Fest : Wohin mit den Bäumen ?

Runter vom Autodach, rein in den Container: Olaf Weihausen auf dem Wertstoffhof.
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Runter vom Autodach, rein in den Container: Olaf Weihausen auf dem Wertstoffhof.

Keine Abholung durch die Awo Bildung und Arbeit: Lösungen vom Wertstoffhof bis zum eigenen Kamin.

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08. Januar 2015, 05:00 Uhr

Der Dreikönigstag ist vorbei – und damit der klassische Termin, an dem der Weihnachtsbaum das Wohnzimmer wieder verlässt. Für die Entsorgung ist Eigeninitiative gefragt.

„Wo soll man denn mit denen hin?“, fragt sich Edda Matthiessen aus der Breitenburger Straße. Die Möglichkeit beim Wertstoffhof kennt sie wohl, aber sollten Menschen ohne Auto ihren Baum auf den Schultern dorthin tragen? In vielen Orten gebe es eine Abholung durch die Jugendfeuerwehr, sagt die
68-Jährige. „Und in Itzehoe macht das keiner, das geht doch nicht.“

Mit der Arbeiterwohlfahrt habe es wunderbar geklappt. Auch jetzt gab es wieder viele Anrufe bei der Awo Bildung und Arbeit, wie Verwaltungsleiterin Marion Hoffmann berichtet: „Die Leute sind es gewohnt, dass wir das immer gemacht haben.“ So lief es fast durchgehend seit diversen Jahren – dieses Mal nicht: „Wir haben einfach nicht genügend Leute.“ Mit zwei Fahrzeugen waren jeweils drei Ein-Euro-Jobber aus dem Bereich Garten- und Landschaftsbau früher unterwegs. Das sei durch Sparzwänge beim Jobcenter schon im vergangenen Jahr schwierig gewesen, in diesem Jahr ließ sich das Angebot der Tannenbaum-Abholung nicht halten. „Wir hoffen, es ist einmalig“, sagt Marion Hoffmann.

Und nun? Die Stadt erklärt sich für nicht zuständig, der Kreis verweist auf die bereits vor dem Fest gegebenen Tipps der Abfallberatung: Kompost, Kälteschutz für Pflanzen oder zerkleinert in die Biotonne. Auch die Wertstoffhöfe nehmen die ausgedienten Weihnachtsbäume an, gegen eine Gebühr von 2 Euro pro Stück. „Bis jetzt haben wir rund 150 Bäume reingekriegt“, sagt Jochen Sass vom Wertstoffhof in der Carl-Zeiss-Straße. „Aber es fängt jetzt erst an, nach den Heiligen Drei Königen geht es immer richtig los.“ Bis Ostern, manchmal sogar bis Pfingsten ziehe es sich dann hin – je nachdem, wann der im Garten gelagerte Baum bei den Frühjahrsarbeiten im Weg liegt. Ob er zerkleinert oder in einem Stück ankomme, spiele keine Rolle, so Sass. Bleibe er komplett, sei aber eine gute Sicherung auf dem Dach zu empfehlen: Hinter manchen Kunden seien auch schon Zivilfahrzeuge der Polizei auf den Wertstoffhof eingebogen.

Olaf Weihausen kommt mit gut gesichertem Baum auf dem Autodach. „Das ist für uns das Einfachste“, sagt der
51-jährige Itzehoer. Die Biotonne hat er schon genutzt, das Awo-Angebot auch. Von einem Bekannten weiß er vom Service in Dithmarschen: „Da wird das einfach so abgeholt“, im Abfuhrkalender stehe dafür das Tannenbaum-Symbol. „Das wäre hier auch nicht schlecht“, findet Weihausen. Einstweilen aber braucht es individuelle Lösungen, so wie bei Edda Matthiessen: „Ich habe meinen Tannenbaum durch den Kamin gejagt.“

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