Glückstadt : Wohin mit dem Wochenmarkt ?

Andreas Diamantakis will nicht mit seinem Verkaufsstand auf dem Multifunktionsplatz stehen, den die Stadt als Standortalternative für den Marktplatz vorschlägt.
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Andreas Diamantakis will nicht mit seinem Verkaufsstand auf dem Multifunktionsplatz stehen, den die Stadt als Standortalternative für den Marktplatz vorschlägt.

Unklare Situation: Wenn im Sommer der neue Glückstädter Marktplatz angelegt wird, müssen die Standbetreiber für drei Monate umziehen.

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03. Februar 2018, 08:00 Uhr

Sein Vater kam schon 1977 zum Wochenmarkt nach Glückstadt, jetzt ist es Sohn Andreas Diamantakis. Der 43-Jährige verkauft Kleidungsstücke auf dem Marktplatz. „Wir kommen zweimal die Woche, dienstags und freitags“, sagt der Hamburger. Er weiß, dass der Marktplatz ab Juni für drei Monate zur Baustelle werden soll. Der Platz wird neu gepflastert, und die Marktbeschicker müssen in dieser Zeit umziehen. Aber das passt ihm nicht.

Denn die Stadt plant, in den Monaten den Wochenmarkt auf den Multifunktionsplatz zu verlegen. Dieser Standort ist für Andreas Diamantakis nicht akzeptabel, da er zu weit abseits liege. „Dann würde es sich für mich nicht lohnen, nach Glückstadt zu kommen.“ Der Markthändler favorisiert als Ausweichquartier das Areal am Hafenkopf. „Wenn dort ein Stein im Weg steht, kein Problem, den schieben wir weg.“ Genau das aber sieht Bauamtsleiter Lüder Busch beim Standort am Hafen als Hindernis: „Es müssten dann jedes mal Steine – die Quader – weggenommen und später nach jedem Markt wieder hingelegt werden.“

Diamantakis ist nicht der einzige Marktbeschicker, der so denkt, hat Kurt Schuh (72), Vater der beiden Markt-Organisatoren Marko und Mirko Schuh, ermittelt. Er hat den Marktbeschickern die Situation erklärt. „Der Multifunktionsplatz kommt für sie nicht in Frage“, sagte er nach der gestrigen Befragung. „Einige würden dann gar nicht kommen.“ Genauso wenig können sich die Marktbeschicker mit der weiteren Alternative Parkplatz Güterbahnhof anfreunden. Auch dieser würde von weniger Menschen frequentiert. Der Wochenmarkt dort würde sich für sie nicht lohnen. Anders wäre es bei dem Standort Hafenkopf und Promenade am Hafen. Diesen befürworten alle, fügt Kurt Schuh hinzu, der davon überzeugt ist, dass das „die beste Lösung“ wäre. Sein Sohn Martin stimmt zu, spricht von dem besonderen Charme. „Dort passt der Wochenmarkt hin“, bekräftigt er. Auch in anderen Städten würden vergleichbare Märkte an Häfen stattfinden.

Schlachter Asmussen ist seit vielen Jahren auf dem Wochenmarkt mit einem Verkaufswagen vertreten. Jens Asmussen positioniert sich ganz eindeutig gegen den Multifunktionsplatz: „Ein tot geborenes Kind, der Platz liegt viel zu versteckt.“ Er spricht sich ebenfalls für den Hafenbereich aus. Die Atmosphäre dort „ist schön und es gibt Parkplätze“. Auch für Gemüsehändler Ehmke Rathsack ist klar: „Der Multifunktionsplatz kommt für uns nicht in Frage.“ Wohl aber der Hafen: „Im Sommer zieht es dort viele Leute hin.“

Die Familie Schuh will jetzt Gespräche mit der Stadtverwaltung führen. Dabei soll auch das Ergebnis Marktbeschicker-Befragung vorgestellt werden.

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