Woher kommt die Redewendung "Mir geht ein Licht auf"?

Lieben ihren Pastoren-Beruf: Eckart Grulke (li.) und Jens Siebmann. Foto: Rosenburg
Lieben ihren Pastoren-Beruf: Eckart Grulke (li.) und Jens Siebmann. Foto: Rosenburg

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21. April 2012, 03:59 Uhr

Wissen Sie, wo die Redewendung "mir geht ein Licht auf" ihren Ursprung hat? Wer kennt das nicht? Lange haben wir an etwas herumgerätselt, haben vielleicht einen Fehler gesucht und sind ihm nicht auf die Spur gekommen. Dann plötzlich fällt der Groschen, uns geht ein Licht auf.

Diese Redewendung taucht zuerst in der Bibel auf, in den Psalmen und dann bei Matthäus. "Das Volk, das im Finstern saß, hat ein großes Licht gesehen; und denen, die saßen und im Schatten des Todes, ist ein Licht aufgegangen." (Matthäus 4.16)

Solche Erleuchtungen können wir täglich erfahren. Es ist nicht so, dass uns immer die großen Lichter aufgehen müssen; auch viele kleine Lichter erhellen einen Raum.

Voraussetzung ist allerdings, dass wir weder das Sehen noch das Staunen verlernt haben.

So weit uns Wissenschaft und Technik auch gebracht haben, so haben sie uns doch auch eine Menge genommen: Wir leben in einer entzauberten Welt. Das ist sicher nicht nur ein Vorteil. Und doch ist diese Entzauberung nicht ganz gelungen, und ich für meinen Teil hoffe auch, dass sie niemals gelingen wird.

Keine Wissenschaft der Welt kann mir erklären, warum ich mich beim Aufbrechen der ersten Krokusblüte nach einem langen Winter von Gott berührt fühle, warum ich hier ein Wunder sehe. Selbst wenn ich biologisch erklären kann, was hier geschieht, stelle ich mir die Frage, was mein Herz für einige Momente schneller schlagen lässt, woher dieses Glück in mir kommt.

Ich denke, das ist etwas, worüber es sich nachzudenken lohnt.

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