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Wacken Open Air : WOA 2015 – So ruhig wie lange nicht

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Alle ziehen positives Fazit – ein so ruhiges Festival hat es in Wacken lange nicht gegeben. Die Zahl der Straftaten ging drastisch zurück, auch die Rettungssanitäter waren weniger im Einsatz.

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erstellt am 04.Aug.2015 | 17:01 Uhr

Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei sind sich in ihrem Fazit einig: Das Wacken Open Air 2015 war friedlicher und ruhiger denn je. Die Einsatzzahlen des Rettungsdienstes gingen gegenüber 2014 um 25 Prozent zurück, die Zahl der Straftaten belief sich auf 157 - so niedrig wie seit vielen Jahren nicht.

„Trotz des zunächst sehr gruseligen Wetters und der damit einher gehenden nicht optimalen Gesamtumstände zeigten sich die Besucher bestens gelaunt und überaus friedlich“, sagen die Polizeiführer Kai Szimmuck und Sven Adomat. Besonders erfreulich sei die niedrige Zahl der Eigentumsdelikte. Während 2014 noch 208 Taten zu Buche schlugen, waren es in diesem Jahr nur 112. In 86 Fällen waren es Zeltdiebstähle, die die Geschädigten zu beklagen hatten (2014: 172). Die Zahl der Taschendiebstähle tendierte nahezu gen Null – nur elf Opfer meldeten sich. Und es gab nur zwölf Körperverletzungen. Bei einigen Festivalbesuchern fanden die Ordnungshüter oder Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes Drogen, in 12 Fällen führte dies zur Fertigung einer Anzeige. Daneben zählte die Polizei 191 Verkehrsverstöße, wovon 158 mit Verwarnungen geahndet wurden - zumeist wegen Falschparkens.

„Dass wir in allen Bereichen eine derart positive Entwicklung haben, ist das Ergebnis der beispielhaften Kooperation zwischen dem Veranstalter und den beteiligten Behörden und des über viele Jahre hinweg fortentwickelten Sicherheits- und Verkehrskonzeptes“, betonen Szimmuck und Adomat. So seien es auch in diesem Jahr sicher nicht zuletzt die vermehrten gemeinsamen Verkehrskontrollen von Polizei und Zoll gewesen, die ausländischen Diebesbanden eine unentdeckte Anreise deutlich erschwert hätten. Insgesamt kontrollierten die Beamten 886 Fahrzeuge und 379 Personen, die sich auf dem Weg nach Wacken befanden.

Auch aus rettungsdienstlicher Sicht war das WOA 2015 ein sehr ruhiges Festival. Die 130 Rettungsassistenten und Notfallsanitäter sowie die zwölf Notärzte der Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH), die in der extra eingerichteten eingerichtete Rettungswache Wacken ihren Dienst versahen, absolvierten 171 Einsätze. „Die besondere Herausforderung in diesem Jahr lag in den massiven Regenfällen, die das Arbeiten durch Unbefahrbarkeit der Flächen und einiger Wege auf dem Gelände im Gegensatz zum Vorjahr deutlich erschwerten“, sagt RKiSH-Pressesprecher Christian Mandel. „Die Besucher haben sich jedoch in der Mehrzahl sehr vernünftig auf das Wetter eingestellt und durch entsprechende Verhaltensweisen zum Rückgang der Einsatzzahlen beigetragen.“ Und weiter: „Die schnelle und fachgerechte Versorgung aller Patienten ist das gemeinsame Ziel aller Organisationen im Sanitäts- und Rettungsdienst. Dank der guten Vorbereitung der RKiSH und des Deutschen Roten Kreuzes wurde dieses Ziel in diesem Jahr wieder erreicht“, sagt der Leitende Notarzt Achim Marx.

Der Behandlungsplatz auf dem Festivalgelände wurde vom DRK Kaltenkirchen mit einer Vielzahl ehrenamtlicher Helfer aus dem gesamten Bundesgebiet betrieben, die in einem Rund-um-die-Uhr-Betrieb die medizinische Versorgung in dem auf dem Festivalgelände befindlichen Mini-Krankenhaus und weiteren Sanitätsstationen sicherstellen. „Die überwiegende Zahl der insgesamt gut 3000 Patienten hatte eher leichtere Verletzungen, wie zum Beispiel Verstauchungen, Schnitt- und Platzwunden. Sehr ernst zu nehmen war die Gefahr durch Unterkühlung, mit der wir dieses Jahr in einer deutlich höheren Zahl der Fälle zu tun hatten als sonst“, sagt der verantwortliche Notarzt des Behandlungszeltes, Sandu Deunert.

Auch die Feuerwehr meldet ein ruhiges Festival. Insgesamt 51-mal rückten die 23 verschiedenen beteiligten Feuerwehren zu Brandeinsätzen und Hilfeleistungen auf dem Festivalgelände aus. „Die nasse Phase vor dem Festival hat das Brandrisiko erheblich gesenkt, was sich sofort in den Einsatzzahlen bemerkbar macht“, erklärt Feuerwehreinsatzleiter und Amtswehrführer Matthias Venohr. „Die Sicherheit beim Festival ist eine große Gemeinschaftsleistung, die wir gut gemeistert haben. Wacken 2016 kann kommen“, so der Amtswehrführer.

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