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Wo bekommt man Schüler her? Was Krempe von Klixbüll lernen kann

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

shz.de von
erstellt am 01.Okt.2014 | 10:58 Uhr

Aktuell besuchen rund 150 Jungen und Mädchen die Kremper Grundschule. Damit die Zahl nicht sinkt, sind neue Ideen gefragt, die die Schule in eine gesicherte Zukunft führen sollen. Jetzt war Edeltraud Dahmani in der kleinen Marschenstadt zu Gast, um ihr Schulmodell vorzustellen. Dahmani ist Rektorin an der Grundschule Klixbüll in Nordfriesland, die nach dem Motto „Zwischen Freiheit und Lenkung“ lehrt.

Als Dahmani Anfang der 90er Jahre „ihre“ Schule übernahm, verliefen sich gerade einmal 30 Kinder in den Räumlichkeiten. Heute sind es 94 Grundschüler. „,Mehr gibt unser Haus einfach nicht mehr“, betonte die Rektorin. Klixbüll hat also eindeutig von der seit einigen Jahren geltenden freien Schulwahl profitiert. Doch was macht die nordfriesische Grundschule so beliebt? „Jedes Kind will lernen und hat besonderer Fähigkeiten“, ist Dahmani überzeugt. Genau diese müssten möglichst individuell gefördert werden.

In Klixbüll beginne jeder Schultag mit freiem Arbeiten in gemischten Jahrgängen. Dabei gelte der Grundsatz: „Jedes Kind soll mittags schlauer rausgehen, als es morgens reingegangen ist.“

Dahmanis „Haus des Lernens“ ist aber keinesfalls ein anarchistischer Ort, an dem jedes Kind machen darf, was ihm gefällt. Nach der ersten Hälfte des Vormittags folgen Frühstück und Spielpause. Ab circa 10 Uhr werden die Kinder in ihre jeweiligen Altersstufen aufgeteilt. Es folgt der „gelenkte Unterricht“, der „Aktivierungsenergie“ für die Freiarbeit der kommenden Tage liefern soll. Und wer die gesteckten Lernziele nicht erreicht, mit dem suchen die Lehrer in einem gemeinsamen Gespräch nach den Gründen. „Manchmal liegt es nur am Tischnachbarn“, so Dahmani.

Die Rektorin ist spürbar stolz auf ihr Konzept und dessen Wirkung auf die Schüler. Wobei man nicht zu viel zu schnell erwarten dürfe: „Die Kinder wachsen erst mit der Zeit.“ Dabei sei es wichtig, dass sie Verantwortung übernehmen dürfen. Wer sich wie die Schüler in Klixbüll um Hühner, Bienen oder Schafe kümmern müsse, der wachse auch als Persönlichkeit. Neueste Errungenschaft an der Klixbüller Schule sei die Wollverarbeitung samt Spinnwerkstatt.

Volker Haack, Schulverbandsvorsteher Krempermarsch, wies in seinem Vorwort darauf hin, dass das friesische Modell „nicht einfach übernommen werden“ müsse. Es sei aber wichtig, sich zu informieren, „wie man Schule auch organisieren kann“. Dass nur knapp 20 Zuhörer seiner Einladung zur Infoveranstaltung gefolgt waren, erklärte er mit der frühen Ansetzung. Um 15.30 Uhr hätten etliche am Thema interessierte „wohl noch keine Zeit gehabt“. Doch ein Abendtermin sei aufgrund des langen Anfahrtweges der Referentin nicht realisierbar gewesen.







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