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Lange Nacht der Industrie : Wirtschaftsminister blickt hinter die Werkstore

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Premiere für die Raffinerie Heide: Zum ersten Mal beteiligt sich das Unternehmen in Hemmingstedt an der Langen Nacht der Industrie – zu Gast war Wirtschaftsminister Reinhard Meyer.

Destillation, Konversion, Entschwefelung, Veredelung – Reinhard Meyer verfolgte die Ausführungen von Thore Holstein genau. Der Prozessingenieur der Raffinerie Heide gab sich große Mühe, dem schleswig-holsteinischen Wirtschaftsminister zu erklären, wie aus Rohöl Benzin hergestellt wird. In Chemie sei er nie besonders gut gewesen, erzählt Meyer, der gemeinsam mit zahlreichen Besuchern einen Blick hinter die Tore der Raffinerie werfen durfte.

Zum zweiten Mal fand die Lange Nacht der Industrie in Dithmarschen statt – zum ersten Mal war die Raffinerie dabei. Geschäftsführer Thomas Gerber möchte das Unternehmen als attraktiven Ausbildungsbetrieb und Arbeitgeber präsentieren. Er will Transparenz zeigen und den Menschen aus der Region die Gelegenheit geben, Fragen zu stellen und erklären, dass die Raffinerie versucht, Emissionen zu reduzieren. Insgesamt 35 Millionen Euro investiert die Raffiniere allein in diesem Jahr in die Modernisierung der Anlagen und Verbesserung der Logistik, um flexibel auf Märkte reagieren zu können.

Über Wasser, Straße, Schiene werden die Produkte in ganz Norddeutschland abgesetzt. Infrastruktur ist ein großes Problem. Vor allem die Schleusen in Brunsbüttel, da 50 Prozent über den Nord-Ostsee-Kanal transportiert werden. Als im vergangenen Jahr die Schleusen geschlossen waren, kostete das die Raffinerie allein in einer Woche rund 200 000 Euro. Aber auch die Autobahn 20 und die Elbquerung sind zur besseren Erreichung der Märkte für Gerber notwendig.

Das Interesse, einen Blick hinter die Werkstore zu werfen, die neben der Raffinerie auch von Total Bitumen, Brunsbüttel Ports, Holcim und Sasol (siehe unten) für einen Abend geöffnet wurden, war groß. Entstanden ist die Idee 2006 in Hamburg. Inzwischen hätten 13 Regionen das Konzept übernommen, erklärt Jürgen Henke, Geschäftsführer von prima events aus Hamburg, der die Industrie-Nacht organisiert hat. „Die Unternehmen nutzen dies, um in der Region wahrgenommen zu werden.“

„Ich finde die Idee richtig gut“, schwärmt Meyer, der im vergangenen Jahr in Brunsbüttel mit dabei war. Damit könne sich Schleswig-Holstein auch als Industriestandort präsentieren und junge Menschen dafür begeistern. Brunsbüttel sieht der Wirtschaftsminister als veritablen Industriestandort – gesteht aber, dass die Politiker in Kiel immer wieder darauf hingewiesen werden müssten, wie gut die Unternehmen in der Region zusammen arbeiten.

Große Chancen für Brunsbüttel und das ganze Land sieht er im Bau des Vielzweckhafens, der vor allem für die Auslieferung der Offshore-Windenergieanlagen genutzt werden und Unternehmen anziehen soll. Die Zeit sei in Brunsbüttel ein wenig verschlafen worden, so Meyer. Aber: Mit dem Hafen gebe es jetzt Chancen für das Hinterland, Flächen zu vermarkten.

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