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Norddeutsche Rundschau

20. September 2017 | 13:05 Uhr

Ausbildung : Wirtschaft wirbt um junge Menschen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Gestern und heute in der Brokdorfer Eissporthalle: 71 Unternehmen und Bildungseinrichtungen präsentieren sich

Gestern öffneten sich erstmalig die Türen des Elbe Ice Stadions für die zweitägige Bildungsmesse Nordjob. Nachdem die Elbmarschenhalle in Horst bei Elmshorn aufgrund eines neuen Nutzungskonzepts für die 14. Auflage der Fachmesse für Ausbildung und Studium nicht zur Verfügung stand, musste kurzfristig eine Alternative her. „Die Veranstaltung nennt sich Nordjob Unterelbe/Westküste, näher als hier kann man der Unterelbe gar nicht sein“, zeigte sich Projektleiterin Tanja Büll vom Institut für Talententwicklung (IFT) vom neuen Veranstaltungsstandort unmittelbar an der Elbe und nahe des größten Industriegebiets Schleswig-Holstein begeistert.

71 Unternehmen, Institutionen, Berufs-, Fach- und Hochschulen präsentieren sich hier noch bis heute Schülern aus den Kreisen Dithmarschen, Pinneberg und Steinburg. „Rund 2400 jungen Menschen möchten wir mit dieser Veranstaltung eine Orientierungshilfe geben“, sagte Tillmann Schütt, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Kiel, im Zuge der Eröffnung des ersten Veranstaltungstags. Mit aktuell 6588 eingetragenen Ausbildungsverträgen verzeichnen die Kammern Flensburg, Kiel und Lübeck gegenüber dem Vorjahr einen leichten Anstieg bei den vergebenen Ausbildungsplätzen. Doch die Euphorie hält sich in Grenzen, denn mit 3500 unbesetzten Ausbildungsplätzen blieb 2016 jede dritte Lehrstelle unbesetzt – und das wird voraussichtlich auch in diesem Jahr so sein.

„In unserer aktuellen Betriebsbefragung bezeichneten die Ausbilder unklare Berufsvorstellungen von Schulabgängern als größtes Ausbildungshemmnis“, so Schütt. Zudem wächst die Zahl der Studenten bei gleichzeitig rückläufigen Schülerzahlen deutlich. „Leider bricht jeder Dritte und im Bereich des Ingenieurwesens sogar jeder zweite Hochschüler das Studium vorzeitig ab“, betonte der Unternehmer. Die Bildungsmesse Nordjob sei daher eine tolle Möglichkeit, sich über unterschiedliche Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren und in Gesprächen mit Studenten der Hochschulen zu prüfen, ob ein Studium wirklich der richtige Weg für die eigene Person ist.

„Wir haben eine starke Industrie in der Region und viele Unternehmen, die sich vergrößern möchten“, äußerte Paul Raab, Zweigstellenleiter Elmshorn der IHK zu Kiel. Diese hätten die Zeichen der Zeit bereits erkannt und würden mit großem Engagement über die rund 350 staatlich anerkannten, dualen Ausbildungsberufe inklusive der Weiterbildungsmöglichkeiten informieren und diese bewerben.

„Die Nordjob hebt sich deutlich von anderen Ausbildungsmessen ab, da wir ganzjährig sowohl mit den Unternehmen als auch mit den Schulen zusammenarbeiten“, sagte Kathrin Walsch, Geschäftsführerin des IFT. Etwa ein Vierteljahr vor der eigentlichen Veranstaltung besuchte das Organisationsteam der Messe gut 40 allgemeinbildende Schulen in der Unterelberegion. Dabei wurden mehr als 4000 Schüler im Berufswahlalter über die Aussteller und ihre Bildungsangebote informiert und zudem auf ein Lernspiel aufmerksam gemacht, welches das IFT in Form einer kostenlosen App für die Schüler entwickeln ließ. „Die App nordjob2go soll den Schülern die Kontaktaufnahme zu den Unternehmen erleichtern, indem sie im Vorfeld auf Umgangsformen hingewiesen werden und spielerisch mögliche Fragen erarbeiten“, erläuterte Walsch.

Zusätzlich bekamen die Mädchen und Jungen die Möglichkeit, vorab direkte Gesprächstermine mit den Ausstellern zu vereinbaren. „Wenn man die 5000 vorab terminierten Gespräche inklusive der zusätzlichen, spontan anberaumten Besprechungen betrachtet, dann wären das rund 208 Arbeitstage in den Unternehmen, die wir hier zusammenfassen“, unterstrich Paul Raab die Bedeutung der Messe auch für die teilnehmenden Unternehmen.

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