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Konjunkturumfrage : Wirtschaft auf Wachstumskurs

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Steinburger Unternehmen konstatieren eine gute Auftragslage – und wollen in den kommenden Monaten weiter investieren.

„Den Unternehmen in Steinburg geht es gut. Und das sollte sich mittelfristig auch nicht ändern.“ Die gute Nachricht verkündete Verbandsgeschäftsführer Ken Blöcker gleich zu Beginn der Vorstellung der aktuellen Konjunkturumfrage des Unternehmensverbandes Unterelbe-Westküste (UVUW). Die Wirtschaft im Kreis befindet sich demnach weiter im Aufschwung. 130 Unternehmen aus dem Verbandsgebiet haben sich bei der zweimal jährlich eingeholten Umfrage des UVUW beteiligt.

Prall gefüllte Auftragsbücher und ein hohes Maß an Investitionsfreude sind die zwei Kernaussagen des aktuellen Zahlenwerks. Steinburg gehört im Vergleich zu anderen Kreisen damit weiter zur Spitze, denn insbesondere in diesen Kategorien liegen die Werte deutlich über dem Verbandsdurchschnitt. So beschreiben 35 Prozent der Befragten ihre Auftragslage als günstig (12 Prozent über dem Durchschnitt). Noch deutlicher lesen sich die Zahlen mit Blick auf die Investitionen. Satte 50 Prozent wollen in den kommenden Monaten kräftig investieren. Im Verbandsschnitt sind es gerade einmal 27 Prozent. Wie gut die Stimmung in der Steinburger Wirtschaft ist, lässt sich am Vergleich zu den Vorjahreswerten festmachen. Im Dezember 2015 gaben lediglich 12 Prozent der befragten Unternehmen an, ihre Investitionen erhöhen zu wollen. Die Gründe für diese rasante Entwicklung im Kreis sieht Blöcker nach wie vor in dem Nachholbedarf der Unternehmen. „In der Vergangenheit lag Steinburg im Vergleich zu anderen Kreisen hier zumeist weit zurück“, sagt er.

Erfreulich sind auch die Personalplanungen der Betriebe. Immerhin 30 Prozent wollen im kommenden Jahr Mitarbeiter einstellen. „Allerdings“, schränkte Blöcker ein, „wird die Umsetzung immer schwieriger, weil der Fachkräftemangel sich auch in Steinburg verschärft.“ Drei von vier Unternehmen sehen sich nach eigenen Angaben durch den Mangel an qualifiziertem Personal in ihrem wirtschaftlichen Handeln eingeschränkt. Neben der wachsenden Belastung durch steigende Energiepreise fühlt sich die Wirtschaft zunehmend durch steigenden Bürokratieaufwand gegängelt. In Steinburg empfinden das beachtliche 80 Prozent der Unternehmer so, während es beispielsweise im Nachbarkreis Dithmarschen gerade einmal 45 Prozent sind. „Die Mehrzahl der Vorschriften kommt aus Brüssel, Berlin und Kiel und sind für alle gleich. Aber die Ergebnisse sind ein Indiz dafür, dass es bei den Kreisen und Kommunen Spielräume in der Anwendung gibt“, erklärte Ken Blöcker.

Zum ersten Mal fragte der UVUW seine Mitglieder nach dem Anteil von Frauen in ihrer Belegschaft. Mit insgesamt 41 Prozent liegt der Wert an der Westküste sogar noch unter dem Bundesdurchschnitt (46 Prozent). „Das ist kein erfreuliches Ergebnis. Unsere Region kann es sich nicht erlauben, das Potenzial von motivierten und ausgebildeten Frauen nicht zu nutzen“, so Blöcker. Co-Geschäftsführer Sebastian Koch ergänzte: „Wir müssen dabei versuchen, individuelle Lösungen zu finden, und die Ansprüche von Arbeitnehmern und Arbeitgebern so gut wie möglich berücksichtigen.“ Ein eher durchschnittliches Zeugnis stellten die 130 befragten Unternehmen der Wirtschaftspolitik der Landesregierung aus. Jeweils 38 Prozent vergaben dabei die Schulnote 3 und 4. Ken Blöcker wertete das Ergebnis dementsprechend: „Die Arbeitgeber fühlen sich zwar nicht gut regiert, aber immerhin ausreichend verwaltet.“ Der Tenor aus der Wirtschaft sei eindeutig, wie Sebastian Koch befand: „Die Kieler Koalition lässt eine klare wirtschafts- und industriepolitische Ausrichtung vermissen.“ Es fehle die Perspektive. Trotz der aktuell guten Lage in den Unternehmen schüre dieser Mangel Unsicherheiten, die durch internationale Umwälzungen verstärkt würden, auch wenn Themen wie der Brexit oder die US-Wahl nur bedingt Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft hätten.

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erstellt am 13.Dez.2016 | 11:52 Uhr

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