Wirts-Ehepaar sorgt sich um seine Existenz

Vermissen seit der Sperrung der Burger Fähre auswärtige Gäste: Kai und Veronika Röttger vor ihrem 2013 aufwendig renovierten „Burger Fährhaus“.
Vermissen seit der Sperrung der Burger Fähre auswärtige Gäste: Kai und Veronika Röttger vor ihrem 2013 aufwendig renovierten „Burger Fährhaus“.

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28. Juli 2014, 11:35 Uhr

Das „Burger Fährhaus“ ist der Lebenstraum von Kai und Veronika Röttger. Jetzt, genau zur Hauptsaison, fällt die Burger Fähre die gesamten Schulferien hindurch aus, und Röttgers sorgen sich um ihre Existenz. Denn plötzlich bleiben Gäste aus, weil sie glauben, ohne Umweg nicht mehr dorthin gelangen zu können.

2012 kauften die Röttgers das 1895 gebaute „Fährhaus“ um ihren Traum zu leben. Sie scheuten weder Arbeit noch Kosten. Bis auf die Außenwände ist heute alles neu. Die Investition umriss Kai Röttger schon bei Fertigstellung der Grundsanierung im Sommer 2013 mit „2000 Euro für jeden Quadratmeter.“ Das Fährhaus hat 500 Quadratmeter. Somit hat das von Wedel nach Burg umgesiedelte Unternehmerpaar ein runde Million Euro in das Haus am Nord-Ostsee-Kanal investiert. Der Traum steht, jetzt muss er nur noch abbezahlt werden. Dazu braucht es vor allem auch eine gute Hochsaison, „damit wir im Winter über die Runden kommen“.

20 Mitarbeiter hat das Fährhaus. Doch die müssen auch beschäftigt werden. „Die Steinburger, Pinneberger und Hamburger bleiben weg“, erzählt der 44-jährige Diplom-Kaufmann. Das sieht er jeden Abend an den Autokennzeichen, wenn er zu Fuß über den Kanal kommt, denn sein Auto parkt er auf der Südseite. Und Fußgänger sowie Radler setzt die Fähre unverändert über.

Gattin Veronika (29) ist gelernte Köchin und hat Hotelmanagement studiert. Sie stammt aus einer tschechischen Hoteliersfamilie. Sie bestätigt: „Die Ferien sind für uns die wichtigste Zeit. Voriges Jahr waren wir voll ausgebucht, konnten keine Reservierungen mehr aufnehmen, war unser Café Restaurant voll.“ Und jetzt? „Wir kämpfen hier“, sagen die Eheleute. Lösungen sind gefragt.

Gesa Völkl (50), Leiterin des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Brunsbüttel, weiß, wie eng es derzeit für das Burger Restaurant ist. Sie sagt: „Das Fährhaus liegt mir am Herzen, dass die nicht lange unter der Situation leiden. Mit Hochdruck sind hier alle dabei“, versichert Völkl. Kollegen verschieben ihren Urlaub, um Burgs Fähre möglichst schnell wieder flott zu bekommen. Eine erste Hilfe ist, dass das Fährhaus die WSA-Parkflächen auf der Südseite nutzen darf, auf denen auch die Wohnmobile gern stehen.

Wer zum Burger Fährhaus will, umfährt kurzerhand alle Schilder mit Hinweis auf den Ausfall der Burger Fähre. Nahe des Südanlegers kann das Auto geparkt werden. Die Burger Klappenfähre setzt weiterhin alle Radfahrer, Fußgänger und Motorradfahrer binnen Minuten über. Das muss sich jetzt einfach herumsprechen, dass die Burger Fähre für sie weiterhin geöffnet bleibt, das Fährhaus seine Gäste dringend erwartet.

Baulich geht’s derzeit vor allen in Rendsburg rund, wo die ehemals in Kudensee benutzten Anlegebrücken saniert werden. Mitte August sollen die Anlegebrücken in Burg eingebaut werden. Die zurzeit auf dem Nordufer abgelegten ausgebauten Burger Anlegebrücken werden anschließend in Rendsburg saniert und bei Bedarf an einer anderen Kanalfähre eingebaut. Bis zum Ferienende will das WSA so den Burger Südseitenanleger notdürftig repariert haben, soll der Verkehr (1000 Pkw und Lkw pro Tag) wieder über Burg laufen. Bis Jahresende soll der im Unterbau vom Rost zersetzte Fährenanleger komplett erneuert werden und die Klappenfähre anschließend die Aufgabe der Spitzfähre übernehmen, während bis Sommer 2015 auch deren Anleger erneuert wird. Bis 2017 lässt das WSA zudem zwei Spitz- und eine Klappenfähre neu bauen.

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