Baustelle : Wirtin fürchtet Umsatzeinbuße

Fährhaus-Geschäftsführerin Senja Ledtje vor der romantischen Kulisse des Kollmaraner Hafens. Trotz aller Widrigkeiten  veranstalten sie und ihr Team hier das Event des vierten Hafensommers.
Fährhaus-Geschäftsführerin Senja Ledtje vor der romantischen Kulisse des Kollmaraner Hafens. Trotz aller Widrigkeiten veranstalten sie und ihr Team hier das Event des vierten Hafensommers.

Trotz Bauarbeiten an der B431 und Umleitung: Am 2. und 3. August findet zum vierten Male der „Kollmaraner Hafensommer“ statt

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23. Juli 2014, 05:00 Uhr

Seit die Bundesstraße 431 im Neuendorfer Ortsteil Dorfreihe komplett für den Durchgangsverkehr gesperrt wird, stellt sich gewisse Skepsis ein. Denn betroffen von der Maßnahme sind nicht nur Landwirte, sondern auch Hofladenbetreiber, Obst- und Gemüsehändler, Gewerbetreibende. Bis zum 8. August werden sie vom Durchgangsverkehr – einer ihrer wesentlichen Erwerbsquellen – abgeschnitten. Der Landesbetrieb Straßenbau Itzehoe wird in der Zeit den Abriss der Brücke über die Neuendorfer Wettern und Verrohrung des Wasserlaufes unter der B 431 (wir berichteten) vornehmen.

Betroffen sind jedoch nicht nur Neuendorfer, sondern auch Kollmaraner Gastronomen. Ganz besonders gilt dies für das Fährhaus Kollmar, das am 2. und 3. August zum vierten Male den Kollmaraner Hafensommer veranstaltet. Geschäftsführerin Svenja Ledtje – sie betreibt das beliebte Ausflugslokal seit 2011 – befürchtet mangels Besuchern erhebliche Umsatzeinbußen. „Zu den letztjährigen Veranstaltungen kamen bestimmt tausend Gäste, wenn nicht mehr“, sagt die Unternehmerin.

Ein Großteil Besucher kommt aus dem Kreis Pinneberger Raum. Ihre Sorge: Während es aus Richtung Glückstadt keine Anfahrtsprobleme gibt, gestaltet sich dies aus Richtung Elmshorn schwieriger. Ortskundige könnten bis Neuendorf-Mitte, dann über Moorhusen und Langenhals Richtung Haars Mühle nach Kollmar fahren. Alternativ bieten sich Routen von Elmshorn über Kiebitzreihe, Siethwende, Gehlensiel nach Kollmar beziehungsweise über Horst, Grönland, Dükermühle; dann entweder wieder Richtung Siethwende oder über Herzhorn an. „Das gilt ja meistens nur für Autos. Und wie kommen meine Anlieferer beziehungsweise Veranstalter mit Lkw und Transportern her?“ fragt sich Svenja Ledtje. Mit gutem Grund: Busunternehmen haben auf Grund der unübersichtlichen Lage ihre Ausflugs-Fahrten nach Kollmar zum Fährhaus schon storniert.

„Wir sind von Ausflüglern und Veranstaltungen abhängig, denn wir müssen im Sommer für die magere Winterzeit vorsorgen. Schließlich hängen Arbeitsplätze daran“, sagt die 29-Jährige. Mit einem attraktivem Programm zum diesjährigen vierten Hafensommer möchte sie dem befürchteten Besucherschwund entgegenwirken. „Wir haben einiges auf die Beine gestellt, um Entertainment pur zu bieten“, erklärt sie als Alleinveranstalterin dieses Events. Viel Musik ist dabei, Flohmarkt, Kinderprogramm, Shantychöre, kulinarische Meile – um nur wenige Punkte herauszugreifen.

Doch auch der normale Ausflugsverkehr – gerade in den jetzt beginnenden Sommerferien – wird vermutlich unter den Sperrungen leiden. Denn kaum sind die Brücken-Arbeiten in Neuendorf am 8. August beendet, wird ab 18. August die B 431 aus Richtung Glückstadt vom Obendeich bis zur Deichreihe mit einer neuen Asphaltdecke versehen. Geplantes Ende dieser Baumaßnahme: 6. September.

Nicht ganz so skeptisch wie Svenja Ledtje blickt Nicole Baumann, Angestellte beim beliebten Kollmaraner Hafensnack, in die Zukunft: „Wir lassen uns mal überraschen. Ich denke, dass unsere Stammkunden uns treu bleiben und wir mit Service und unserem schönen Kollmar weiter punkten können.“

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