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Premiere in Glückstadt : Wirbel um verschwundene Leiche

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Glückstädter Speeldeel zeigt erstmals ihr neues Stück „Fro Pieper leevt gefährlich“.

Eine Leiche, die verschwindet und andernorts wieder auftaucht, ein Totgeglaubter, der auf einmal wieder sehr lebendig ist, ein verschnupfter Kommissar nebst dienstbeflissenem Assistenten und über allem die fleißige, aber auch neugierige Putzfrau Erna Pieper. Das sind die Zutaten zu der charmanten Krimikomödie „Fro Pieper leevt gefährlich“, die die Glückstädter Speeldeel in ihrer derzeitige Spielzeit aufführt.

Mit einem großen Schauspieleraufgebot und dem Stück des englischen Schriftstellers Jack Popplewell hatte die Speeldeel die Lacher wieder auf ihrer Seite. Mit ihrer frech-witzigen Art steht Putzfrau Erna Pieper im Mittelpunkt des Geschehens. Sie ist es auch, die im Büro ihres Chefs, des Schiffsmaklers Richard Henning, am späten Abend die erste Leiche findet. Weil es dunkel ist, vermutet die Sauberfrau, dass das nur besagter Richard Henning sein könnte und alarmiert, nachdem der erste Schrecken überwunden ist, die Kriminalpolizei. Als diese jedoch eintrifft, in Person von Kriminalkommissar Brockmann und seinem Assistenten Schulz, ist keine Leiche mehr zu finden. Dafür findet Erna Pieper in Willi Brockmann ihren Freund aus Jugendtagen wieder und gibt sich nun fast zu viel Mühe, den ominösen Mordfall ohne Leiche aufzuklären. Die findet sich schließlich im Nachbarort wieder und entpuppt sich als Geliebter der Gattin von Ernas Chef. Als mit Angestelltem Robert Westphal, Sekretärin Ulla Gerdes und Schreibkraft Erika Reinhold noch weitere Komparsen zur ohnehin schon verworrenen Geschichte hinzukommen, scheint das Chaos perfekt. Doch Erna lässt sich nicht unterkriegen. Mit kriminalistischem Gespür kommt sie den Geschehnissen auf die Spur. Dass sie damit den Kommissar zur Weißglut treibt, ist ihr relativ egal. Erna will den Fall aufklären.

„Fro Pieper leevt“ gefährlich war eine von Popplewells beliebtesten Krimikomödien und gleichzeitig sein größter Erfolg. Im Englischen bekannt als „Busybody“ und im Deutschen als „Keine Leiche ohne Lily“ ist auch die Plattdeutsche Version bei den Niederdeutschen Bühnen sehr beliebt. Doch das Stück stellt auch große Ansprüche an die Laiendarsteller. Eine relativ lange Geschichte mit viel Text muss auf die Bühne gebracht werden. Entsprechend wichtig ist auch eine gute Souffleuse, die rechtzeitig erkennt, wann ihre Dienste benötigt werden. Im Theater am Neuendeich übernahm Uschi Kelting diese Aufgabe und konnte bei kleinen Texthängern hier und da mit kurzen, leisen Stichworten schnell helfen.

Und auch das schauspielerische Können war gefragt. Erna Pieper mit ihrer frechen Art wurde gekonnt verkörpert von Cornelia Kohnagel. Den verschnupften Kommissar spielte Hans Westphal, und mit Günter Naumann war sein charmanter Assistent Schulz sehr gut besetzt. Dazu kam noch die Industriellen-Gattin Ingeburg Henning, gespielt von Renate Bublat, die von einem Schock in den nächsten fällt, und ihr Gatte Richard Henning, gespielt von Rolf Sievers, der das eine oder andere dunkle Geheimnis zu haben scheint. Franz Bockhorn, Heike Schütt und Katrin Wimmershoff spielen die Angestellten Robert Westphal, Ulla Gerdes und Erika Reinhold, die anfangs so scheinbar gar nichts mit den Geschehnissen zu tun haben, aber doch in das eine oder andere Ereignis verwickelt sind.

Mit viel Applaus wurden die Darsteller für ihren Auftritt belohnt. Weitere Termine für Aufführungen sind am 24. November und 8. Dezember, jeweils um 20 Uhr, sowie am 3. Dezember und die Seniorenvorstellung am 21. Januar 2018 jeweils um 16 Uhr.






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