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ENBW : „Wir wollen dieses Unternehmen nicht schlucken“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Energiekonzern EnBW betont, Prokon solle als mittelständisches Unternehmen erhalten bleiben.

von
erstellt am 12.Jun.2015 | 07:00 Uhr

Prokon soll Prokon bleiben, auch bei einem Erwerb durch die EnBW. Im Gespräch mit unserer Zeitung nimmt Dirk Güsewell(Foto) zu den Sorgen der Mitarbeiter Stellung.

Er ist bei dem Konzern unter anderem verantwortlich für den Ausbau der erneuerbaren Energien und führte das Projektteam zum Thema Prokon. Güsewell betont: „Wir wollen dieses Unternehmen nicht schlucken, filetieren, auflösen, abwickeln oder integrieren in die Karlsruher Struktur. Wir sind nicht in einem Verdrängungswettbewerb.“ Prokon solle als EnBW-Tochter ein rechtlich selbstständiges Unternehmen bleiben, es sei auch nicht daran gedacht, beispielsweise Teile der Verwaltung nach Baden-Württemberg zu verlegen: „Das würde überhaupt nicht unseren Interessen entsprechen.“

Denn der große Vorteil bei Prokon sei die mittelständische und pragmatische Struktur, die das Unternehmen handlungsfähig mache. Viel Kompetenz sei aufgebaut worden, es gebe eine große Nähe zum Geschäft, frühzeitig habe man sich bei Prokon Gedanken zur Optimierung gemacht, zum Beispiel mit der Abteilung für die Instandhaltung. Güsewell sieht viele Parallelen zu der Strategie von EnBW, die „Pipeline“ mit Windpark-Projekten in der Entwicklung bilde eine „tolle Grundlage“. Mit dem Wachstumshunger, den Mitteln und Kompetenzen von EnBW entstehe ein einmaliges Team, um viel aus den Möglichkeiten zu machen.

Die Vorbehalte der Mitarbeiter gegenüber dem bisherigen Geschäftsmodell mit Atom- und Kohlekraft kommentiert Güsewell so: Nicht der Blick zurück solle zählen, für EnBW stehe die Energiewende im Zentrum – „sie ist für uns der Dreh- und Angelpunkt der weiteren Entwicklung des Unternehmens“.

Komme es zum Erwerb von Prokon, gehe es darum, die Kompetenzen und Aktivitäten „vernünftig“ zu ordnen, auch den Stromhandel, der fortgeführt werden solle. Das sei ein gemeinsamer Prozess mit den Prokon-Mitarbeitern. Wenn Teile zusammengelegt werden sollten, könnten vielleicht auch EnBW-Aktivitäten auf die Tochter übertragen werden. Güsewells Fazit: „Es gibt keinen Grund für existenzielle Sorgen.“ Das wolle EnBW den Prokon-Mitarbeitern noch im Juni in einer Informationsveranstaltung vermitteln.

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