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Norddeutsche Rundschau

24. Oktober 2017 | 10:41 Uhr

Feuerwehren : „Wir schminken uns mit Ruß“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Amtswehrführer Thorsten Beuck (Itzehoe-Land) gründet ein Netzwerk für Feuerwehrfrauen.

shz.de von
erstellt am 19.Okt.2014 | 16:10 Uhr

Mit Slogans wie „Frauen an den (Brand)herd“ oder „Frauen sind zu schwach – vertreten“ wirbt der Deutsche Feuerwehrverband seit einigen Jahren neue Mitglieder an. Im Kreis Steinburg und im Speziellen im Einsatzbereich Itzehoe-Land gehören sie längst ins Team ihrer Wehren, als Löschmeisterinnen, Oberfeuerwehrfrauen, mit und ohne Atemschutzmaske – und keine stört es, wenn beim Einsatz die Wimperntusche verläuft oder die Haare nicht sitzen.

Sie, das sind die Baustoff-Kauffrau Jessika Staarck (23) aus Huje, die Löschmeisterin Birte Solterbeck (41) aus Oldendorf, die Sekretärin und stellvertretende Wehrführerin Andrea Labrenz (24) aus Hohenaspe, die Abiturientin und Oberfeuerwehrfrau Bianca Suhr (20) aus Drage, die Raumausstatterin Anne-Kathrin Butenschön (25) aus Hohenaspe, die Hauswirtschafterin Jasmin Hein (35) aus Krummendieck, die Erzieherin und Sozialpädagogin Tanja Manthey (38) aus Oldendorf, die Büroangestellte und Melkerin Carmen Wißemborski (51) aus Oldendorf, die gelernte Maler- und Lackiererin Merle Ott (26) aus Oldendorf und die Kauffrau im Gesundheitswesen Sonja Beuck (47), die mit Feuerwehrmann Thorsten Beuck verheiratet ist. Ihr Mann steht als Amtswehrführer Itzehoe-Land fest hinter den Feuerwehrfrauen aus seinem Einzugsgebiet. Nun hat er mit ihnen ein Netzwerk gegründet.

Alle Probleme von der unpassend geschnittenen Ausgehuniform bis zur Sockenreserve für Seidenstrumpftage sollen auf den Tisch, doch vor allem geht es ihm darum, die Begeisterung der Frauen aufzugreifen, um noch mehr von ihnen für die Arbeit im Feuerwehrteam zu gewinnen. Ein erstes Ziel könne sein, eine Fraueneinsatzgruppe zu bilden, und mit einstudierten Übungen bei Gemeindefesten dabei zu sein, überlegt Beuck, frei nach dem Motto: „ Helme ab – das sind ja alles Mädels! Die haben es drauf!“

Er weiß: Noch sind die Frauen Exoten in ihrem Bereich und das manche mitgliedschwache Wehr bislang lieber am Existenzminimum kratzt, als sich dem Thema Frauen zu widmen. Doch: „Die Frauen nicht mitmachen lassen, ist wie ein Spiel, bei dem die Hälfte der Mannschaft auf der Ersatzbank sitzt“, erklärt Silvia Darmstädter, die als Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit die eingangs erwähnte Plakat-Kampagne seitens des Deutschen Feuerwehrverbands mit begleitet hat. Die Plakate hätten ihre Hauptverbreitungszeit in den Jahren 2007 bis 2009 zwar längst gehabt, doch oft dauere es, bis die Botschaft durchdringt.

Im Kreis Steinburg löschen bislang 68 Feuerwehrfrauen mit Atemschutzmaske. Jugendfeuerwehr, Musik- und Reserveabteilung nicht mitgezählt, stellen die Frauen sechs Prozent der Aktiven. Das Einzugsgebiet Itzehoe-Land spiegelt dieses Verhältnis wider. Mit 135 aktiven Atemschutzträger zu acht Atemschutzrägerinnen liegt der Frauenanteil ebenfalls bei rund sechs Prozent. Zu wenig, finden die Frauen um Thorsten Beuck und wollen die Kampagne regional aufleben lassen. Unsere Zeitung hilft und präsentiert in Folge Feuerwehrfrauen im Porträt.


>Infoabend nur für interessierte Frauen am 12. November ab 19.30 Uhr im Feuerwehrhaus Heiligenstedten, Juliankadamm 11, Anmeldung: 0151 /146 99 777, weitere Infos www.frauen-am-zug.de.

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