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Berufsmesse in Glückstadt : „Wir kämpfen um Nachwuchs“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

39 Aussteller informieren auf der Berufsmesse von Elbschule und Stadt über Jobs und Ausbildung.

Beatrize Bolik-Flores wollte es genau wissen: „Wie genau arbeiten Wasserbauer“, fragte sie. Die 20-Jährige informierte sich am Stand des Wasser- und Schifffahrtsamtes nach dem Handwerksberuf. Sie war eine der wenigen Älteren, die sich gestern in der Sporthalle der Elbschule über Berufs- und Ausbildungsmöglichkeiten kundig machte. „Die Agentur für Arbeit hat mir den Tipp gegeben.“

Ansonsten kamen 450 Schüler der Elbschule, des Detlefsengymnasiums und auch Eltern zur Berufsmesse. 39 Firmen, darunter die Bundeswehr, die Berufsfeuerwehr Hamburg, die Ärztekammer und die Fachschule für Hauswirtschaft informierten und präsentierten sich an ihren Ständen. Und die Schüler waren in der Regel gut vorbereitet. Sie stellten viele Fragen – in erster Linie dort, wo sie sich für einen Ausbildungsplatz oder ein Praktikum interessierten. An vielen Ständen waren Auszubildende dabei, die über ihren Beruf sprachen.

Lehrlinge der Tischlerei Roloff hatten Schinkenbretter vorgefertigt, die Schüler am Stand bearbeiten durften. „Sie hätten sie auch mitnehmen dürfen“, sagte Alexander Foth. Das Interesse daran war allerdings weniger groß.

Bei Holcim in Lägerdorf wird Teamarbeit groß geschrieben. Geworben wurde mit dem Slogan: „Eine gute Kameradschaft und der eigene feste Wille sind die besten Voraussetzungen, um bei Holcim Karriere zu machen.“ Davon überzeugten sich Tjark Meyer (15) und Henri Schilling (15).In Lägerdorf werden Elektroniker, Industriekaufleute, Industriemechaniker und Maschinen- und Anlageführer ausgebildet. „Man muss wollen, und wir fordern auch“, betont Nils Neumann, Leiter für mechanische Ausbildung. Zudem wird in jedem Jahr von den Auszubildenden eine Projektarbeit erstellt. So wurden bereits Spielplätze saniert und Fliesen im Freibad in Lägerdorf verlegt.

Für Tom Demant (14) war der Stand von Wilckens Farben aus Glückstadt einer der ersten, die er auf dem Markt der Berufe besuchte. Der Schüler informierte sich über die Möglichkeit, Industriekaufmann in diesem weltweit exportierenden Unternehmen zu lernen. Dort erfuhr er von den Voraussetzungen, die er für diesen Beruf benötigt, wie zum Beispiel ein gutes Verständnis für Zahlen, ein erfolgreicher Realschulabschluss oder Abitur und kaufmännisches Interesse. In der Ausbildung lernt er etwas über die Absatzwirtschaft, Materialwirtschaft, Rechnungswesen und Finanzierung.

Heiko Peters von der Firma Indag aus Borsfleth freute sich über gute Gespräche. „Ein guter Hauptschüler reicht uns“, sagte er zur Ausbildung. Die Mannschaft im Unternehmen, welches Mischer herstellt, sei jung.

Viel zu bieten hatte Peter Brodersen vom Personalmarketing Steinbeis. In dem Papier herstellenden Unternehmen werden Auszubildende zunächst zwei Wochen gemeinsam eingeführt. „Sie sollen sich vom ersten Tag an wohl fühlen.“ Ein Wir-Gefühl solle entstehen. Neben Aktionen wie Sicherheitsfahrtraining werde auch Fitness im Haus geboten – inklusive Trainer. Themen seien gesunde Ernährung und Entspannung. Trotz all der Angebote sagt Brodersen: „Wir kämpfen um Nachwuchs.“

Ayten Bahtiyar (14) und Aylin Aslan (13) informierten sich über Medizinische Fachangestellte. Anschaulich erklärte Lea-Sophie Steinke von der Ärztekammer Schleswig-Holstein die Rahmenbedingen für diesen Beruf. „Es sind wahre Multitalente für die Schnittstelle zwischen Arzt, Patienten und Technik.“ Ayten Bahtiyar möchte gern einen medizinischen Beruf lernen, da viele Familienmitglieder schon in diesem Berufszweig arbeiten.

„Es ist gut, dass wir hier sind. Wir haben viele positive Gespräche mit den Schülern geführt.“ Paula Timm (14) informierte sich über eine Ausbildung zur Bankkauffrau am Infostand der Sparkasse Westholstein bei Sybille Wolf-Aurich.

Über den Beruf des Zahntechnikers sprachen Lara Bätja (15) und Sarah Paulsen (15) am Stand von Frauen Dental-Technik. Dabei hatten sie auch die Möglichkeit, mit dem Werkstoff Wachs zu arbeiten. Sie wurden von Nina Koopmann und Natalie Schneider beraten. Schneider hatte sich selber vor zwei Jahren auf diesem Markt über das Berufsbild informiert. Gestern saß sie auf der anderen Seite des Tisches und beriet Schüler.

Christin Rose und Sandra Wagner wiederum informierten Anna Mester (14) über die Ausbildung zum Physiotherapeuthen. Es ist eine schulische Ausbildung, für die es aber die Möglichkeit gibt, Bafög zu beantragen. Die Berufsfeuerwehr Hamburg hat pro Jahr etwa 250  000 Einsätze. „Wir brauchen ganz viele Leute. Auch welche mit Migrationshintergrund. Selbstverständlich sind bei uns auch Frauen willkommen“, sagte Stephan Kohfahl. Zeitweise war er umringt von Mädchen. Doch bevor jemand genommen wird, muss er einen Eignungstest ablegen, so Kohfahl.

Organisiert wurde die Berufsmesse gemeinsam von der Elbschule und der Stadt Glückstadt, die ebenfalls mit einem Stand um Auszubildende warb. Thorsten Giese, stellvertretender Leiter der Elbschule, war sehr zufrieden mit dem Verlauf der Messe. Lobend hob er in der Mitarbeit die Hausmeister Holger Apenburg und Joachim Hamann hervor sowie die Mütter, die alle während der Messe verköstigten. „Sie machen ein super Job“, so Giese. „Und das unentgeltlich.

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