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Klassentreffen nach 60 Jahren : „Wir hatten immer viel Spaß“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Nach sechs Jahrzehnten: Das Ehemaligentreffen der Kellinghusener Volksschüler weckt manch schöne Erinnerung.

shz.de von
erstellt am 26.Okt.2017 | 12:00 Uhr

Der Wunsch nach einem Wiedersehen mit großer Beteiligung ging in Erfüllung: Sechs Jahrzehnte nach der Schulentlassung feierten ehemalige Schüler der Volksschule ein Doppeljubiläum: Neben dem Klassentreffen wurde die diamantene Konfirmation feierlich in der St. Cyriacus Kirche begangen.

Seit 1977 kommen die Ehemaligen der damals so genannten Volksschule zusammen. „Die meisten wohnen noch in Kellinghusen und in der näheren Umgebung“, erzählt Ute Rotzoll. Im Team mit Reimer Tetens rief die Kellinghusenerin die Schüler der damaligen Klassen 9 a und 9 b bereits viele Male zusammen. Die aktuelle Zusammenkunft sollte aus Anlass des hohen Jahresfeier mit einem besonderen Tagesprogramm ausgestaltet werden. Den Anfang machte morgens die Gottesdienstfeier zur diamantene Konfirmation mit Pastor Lothar Volkelt, Kantor Christoph Jakobi sowie Erika Haase, Reimer Tetens und Ute Rotzoll. Die anschließende Fahrt führte nach Hamburg zur Besichtigung der Elbphilharmonie. Beendet wurde der ereignisreiche Tag mit einem gemütlichen Beisammensein in der TCK-Gaststätte. „Wie immer hatten wir viel Spaß“, berichtete Tetens.

Ute Rotzoll freute sich außerdem über die hohe Beteiligung. „Von Anfang an gab es einen guten Zusammenhalt“, beschrieb sie die harmonische Klassengemeinschaft weit über die Schulentlassung hinaus. Begründet sein könnte das auch durch die ungewöhnlichen zeitgeschichtlichen Umstände, vermutet sie: Alle Mitschüler sind in den Kriegsjahren geboren und wurden 1948 eingeschult. Drei Jahre nach Ende des zweiten Weltkriegs lief auch in Kellinghusen noch lange nicht alles in geregelten Bahnen. Zahlreiche Flüchtlinge waren in der Störstadt gestrandet und verdoppelten kurzzeitig deren Einwohnerzahl. Entsprechend voll waren die Schulen. „Viele Schüler haben hier ihre neue Heimat gefunden“, sagte Tetens. Rotzoll erinnerte sich: Es gab so viele Schüler, dass bis in die 50er Jahre hinein in zwei Schichten unterrichtet wurde.“ Üblich seien damals reine Jungen- und Mädchenklassen gewesen. Zur Freude der Schüler änderte sich das ganz plötzlich. Eine Erkrankung von Rektor Franz Holm einige Monate vor der Entlassung bescherte den Teenagern eine „gemischte“ Klasse. „Diesen Zusammenschluss betrachten wir heute als Glücksfall“, so Tetens.

Zum Zusammenhalt mit beigetragen habe auch die Entscheidung, von Beginn an auch die Ehepartner mit einzuladen. Seit dem ersten Klassentreffen 1977 trifft man sich in regelmäßigen Abständen. Und: Seit 1988 wird zusätzlich ein jährlicher Klassentreffen-Stammtisch abgehalten.

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