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Norddeutsche Rundschau

18. Dezember 2017 | 16:10 Uhr

Feuer : „Wir haben großes Glück gehabt“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Rolf und Meike Stahmer überstanden einen Hausbrand und danken den Nachbarn für die Hilfe

shz.de von
erstellt am 13.Jan.2016 | 04:42 Uhr

Die Stimmung in der Doppelhaushälfte von Meike und Rolf Stahmer ist gelöst. Es wird viel gelacht – und das erst eine gute Woche, nachdem die Familie knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt ist. Denn nur ein paar Meter weiter hat ein Feuer die Doppelhaushälfte ihrer Nachbarin am Bocksberg verwüstet. Offenbar war ein technischer Defekt Ursache für den Brand, den 65 Feuerwehrleute löschen mussten. „Denen haben wir es zu verdanken, dass unser Haus noch steht“, sagt Meike Stahmer, die vor allem den vielen Nachbarn danken möchte, die ihr während des Feuers und danach zur Seite gestanden haben.

Als das Feuer am Morgen des 4. Januar ausbricht, sitzt Meike Stahmer mit einer Nachbarin beim Kaffee. „Plötzlich kam ein anderer Nachbar, klopfte an unser Fenster und sagte: ,Es brennt.‘“ Meike Stahmer kann es nicht glauben, doch sie tut in diesem Moment das, was ihr ihr Mann Rolf schon vor Jahren eingeschärft hat: den Ordner mit den wichtigsten Unterlagen mitnehmen. Der steht im Flur auf dem Schreibtisch, Meike Stahmer kann ihn retten.

Als sie aus dem Haus tritt, sieht sie, dass Flammen aus dem Dachgeschoss schlagen, dass Rauch auf ihre Haushälfte übergreift. „Ich hatte vor allem Sorge, dass unsere Nachbarin noch in ihrem Haus sein könnte.“ Die Feuerwehr sucht die Frau, aber am Ende stellt sich heraus, dass sie bei einem Termin im Krankenhaus war. „Das hat uns ungeheuer erleichtert, als wir sie wiedergesehen haben“, sagt Rolf Stahmer. Auch sie kann auf die Solidarität der Menschen am Bocksberg zählen und vorübergehend bei Nachbarn wohnen – genau wie der Sohn der Stahmers. „Und auch wir haben von allen Seiten Unterstützung bekommen, wir haben bei Nachbarn die erste Nacht nach dem Feuer verbracht, wir haben überall was zu essen bekommen, eine ältere Nachbarin wollte sogar Wäsche für uns waschen und trocknen“, sagt Rolf Stahmer. Die Feuerwehrleute bekamen Kaffee und Pizzabrötchen. „Die Hilfsbereitschaft war wirklich bombastisch.“

Doch die Familie kann schnell in ihr Haus zurück. „Wir haben großes Glück gehabt“, sagt Rolf Stahmer. „Hätte der Wind von Westen geweht, wäre unser Haus wohl komplett verraucht gewesen.“ Doch so bleibt der Schaden gering, die Feuerwehr muss nur ein paar Dachziegel entfernen, löscht das Nachbarhaus auch vom Spitzboden der Stahmers aus. Doch selbst im Stockwerk darunter, in dem eigentlich der Sohn der Stahmers wohnt, ist kaum Brandgeruch zu bemerken.

Nur einmal hat Rolf Stahmer noch Angst, dass sein Elternhaus doch ein Raub der Flammen werden könnte. Als der Postbote mit seiner Frau bei Nachbarn den Schock verdaut, kommt seine Tochter, gerade aus Büsum zurück, zur Tür herein und sagt: „Das Haus qualmt ja immer noch.“ Ein Nachbar rennt mit Rolf Stahmer ins Haus, will mit einem Feuerlöscher helfen. Doch schnell erscheint die Feuerwehr wieder und löscht die Glutnester. Schon am Tag danach kehren die Stahmers in ihr Haus zurück. Und Meike Stahmer sagt: „Wir wissen, dass sich hier alle gegenseitig helfen – uns wurden viele Türen und Herzen geöffnet.“

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