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Norddeutsche Rundschau

16. August 2017 | 19:44 Uhr

Wind: Drohen weitere Gräben?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Mögliche neue Windkraftanlagen in Wewelsfleth rufen besorgte Anwohner auf den Plan

Das Thema stand zwar nicht auf der Tagesordnung, aber in der Einwohnerfragestunde des Wewelsflether Gemeinderats drehte sich fast alles um die Windenergie. Rund 25 Zuhörer waren zu der öffentlichen Sitzung des Ortsparlaments im Gasthof Lüders gekommen. Es war vor allem der betroffene Anwohner Stephan Klose, der unmissverständlich seinen Standpunkt artikulierte: „Wir wollen keine Windmühlen vor unserer Haustür haben!“

So wie er denken, so sagte er, fast ausnahmslos alle Wewelsflether, die am Rande eines möglicherweise drohenden Windparks zwischen der Bundesstraße 431 und der Gemeindestraße Beesen ihre Häuser haben. „Noch gilt der Regionalplan IV, in dem keine Windeignungsfläche in diesem Gebiet ausgewiesen ist“, erinnerte Bürgermeister Delf Bolten. Dennoch, so Klose, gäbe es bereits Planungen für sechs oder vielleicht sogar sieben große Windmühlen in dem genannten Gebiet. „Wann und wie will die Gemeindevertretung sich hier einbringen und die Öffentlichkeit informieren?“ fragte Stephan Klose und warnte vor gleichen Ereignissen wie in Beidenfleth, wo die Bürger informiert worden seien, als praktisch nichts mehr zu ändern gewesen sei. Klose machte deutlich, dass es bereits weit fortgeschrittene Planungen für Windprojekte in Wewelsfleth gebe.

„Es tun sich jetzt schon Gräben auf, die sich wie in roter Faden durch die betroffenen Dörfer ziehen“, warnte Stephan Klose. Anders als Delf Bolten sieht er die Gefahr, dass es um Geschwindigkeit gehe, wenn der Regionalplan kippen sollte. „Dann werden die Windkraftanlagen förmlich aus dem Boden schießen.“ Deshalb der Appell an die Gemeinde: „Sofort raus mit den Informationen!“

Bürgermeister Bolten geht nicht davon aus, dass es nach der Bestätigung des OVG-Urteils über die Regionalpläne durch den Bundesgerichtshof zu einem Wildwuchs von Windkraftanlagen kommen werde. Vielmehr rechnet er damit, dass es in einem solchen Fall eine sofortige Veränderungssperre durch das Land geben werde. Dann bleibe der Gemeinde genügend Zeit, die Frage nach Windeignungsflächen durch einen Flächennutzungsplan zu klären. „Es wird hier keinen luftleeren Raum in Sachen Windenergie geben“, stellte der Bürgermeister fest.

Einer der Grundeigentümer von Flächen, auf denen Windkraftanlagen errichtet werden könnten, ist Torsten Bolten aus Kleinwisch. Er versicherte, dass es noch keine Planungen gebe. Infos könne man erst erwarten, wenn die betroffenen Landeigentümer sich einig seien, was sie überhaupt wollten. Erst danach könne man an die Öffentlichkeit gehen. Aber schon jetzt sagte er zu: „Es wird auf jeden Fall eine Bürgerbeteiligung geben.“

Henry von Böhlen als einer der Anlieger malte schwarz, wenn die Windkraftanlagen kommen. „Dann ist der schöne offene Blick in die Landschaft futsch.“ Keiner der Anlieger befürworte einen derartigen Windpark, stellte er abschließend heraus.

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erstellt am 21.Apr.2015 | 12:01 Uhr

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