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Grossfeuer : Wilstermarsch-Bauernhof komplett niedergebrannt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Kombiniertes Wohn- und Wirtschaftsgebäude in Dammfleth fällt Flammen zum Opfer. Menschen kommen nicht zu Schaden.

Ein einst stattlicher Wilstermarsch-Bauernhof in Dammfleth ist in der Nacht zu gestern komplett niedergebrannt. Nur die Umfassungsmauern des früheren Wilckens- und späteren Albers-Hofes unmittelbar an der Abfahrt von der B 5 in Dammfleth blieben stehen. Die Brandursache ist noch ungeklärt, der Sachschaden wird auf mindestens 200 000 Euro geschätzt.

„Das Gebäude stand seit einem Jahr weitgehend leer und sollte umgebaut werden“, erklärte auf Anfrage der Wilsteraner Bauunternehmer Otto Nagel. Er hatte auf dem Grundstück Dammfleth 10 ein Außenlager aufgebaut. Sein Firmennachfolger und Geschäftsführer der Otto Nagel GmbH, Olav Lippke, hatte auch sein Büro auf den Bauernhof verlegt.

Kurz vor 3 Uhr nachts wurde für die Feuerwehren in Dammfleth, Wilster, Beidenfleth und Landrecht-Stördorf Großalarm ausgelöst. Für die 90 Einsatzkräfte unter der Leitung des Dammflether Wehrführers Thomas Vollmert gab es jedoch nicht mehr zu retten. Der Bauernhof stand bei ihrem Eintreffen bereits in voller Ausdehnung in Flammen. Durch die Hitze platzten die Eternit-Platten der Dacheindeckung wie Geschosse auseinander. Die Detonationen waren bis nach Wilster zu hören.

Bei dem Ausmaß des Großfeuers war ein Innenangriff der Feuerwehren nicht mehr möglich. Zwei auf den Einsatz ausgerüstete Trupps von Atemschutzträgern konnten nicht mehr in das brennende Gebäude vordringen. Umso mehr widmeten sich die Brandbekämpfer dem Außenangriff. Mit sieben Strahlrohren und zwei Wasserwerfern, die aus zwei Löschbrunnen gespeist wurden, rückten die Feuerwehren dem Flammenmeer zu Leibe. Am frühen Morgen war das Feuer weitgehend gelöscht. Das Ablöschen der Reste durch kleinere Löschtrupps dauerte den Vormittag über an. Am frühen Nachmittag wurden die Feuerwehren erneut alarmiert. Glutnester hatten erneut ein Feuer entfacht, weitere Nachlöscharbeiten waren erforderlich.

Bei dem starken Wind in der Brandnacht bestand akute Gefahr, dass das Feuer durch starken Funkenflug auf das benachbarte Gehöft übergreifen könnte. Die Feuerwehren bauten deshalb eine Wasserwand auf, um das bedrohte Gebäude zu schützen – erfolgreich! Auch der stellvertretende Amtswehrführer der Wilstermarsch, Axel Erdmann, war vor Ort, um sich über den Einsatzverlauf zu informieren und helfend mit einzugreifen. Der Rettungsdienst stand mit mehreren Rettungskräften für den möglichen Ernstfall bereit. Der blieb aus: Menschen kamen nicht zu Schaden.

Der rückwärtige Giebel des kombinierten Wohn- und Wirtschaftsgebäudes war schon frühzeitig eingestürzt. Der Frontgiebel wurde später umgerissen, weil bei der akuten Einsturzgefahr eine unmittelbare Gefahr für die Feuerwehrkräfte bestand. In der Nacht war die Landesstraße 136 zwischen Wilster und Beidenfleth wegen des Feuerwehr-Großeinsatzes komplett gesperrt, sie war aber schon am Sonntagmorgen wieder befahrbar. Die Kriminalpolizei Itzehoe hat die Ermittlungen nach der Brandursache aufgenommen.

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