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Norddeutsche Rundschau

17. Oktober 2017 | 18:02 Uhr

Wilsteraner könnten neugieriger sein

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Zwischenbilanz für das Kulturprojekt 25 Wochen Tanz und Theater in der Wilstermarsch / Organisator Anton Brade hofft auf mehr lokale Resonanz

shz.de von
erstellt am 10.Apr.2015 | 16:58 Uhr

Anton Brade ist hoffnungsvoll: Das Kulturfestival 25 Wochen hat weit über Wilster hinaus viel in Bewegung gebracht. Er wünscht sich im Herbst einen Anschluss, für den eine Vereinsgründung nötig wäre. Bislang stemmt er die gesamte Organisation allein, was nur für einen begrenzten Zeitraum möglich ist. Langfristig würde er sich gern auf die Programmgestaltung und Moderation konzentrieren.

Die Chancen für einen Verein und die Modalitäten will er nach den Osterferien mit den Mitgliedern der Stadtwerkstatt beraten. Denn das Projekt eines festen Bildungs- und Kulturzentrums im alten Schulgebäude am Stadtpark, in dem bislang zwei für die Pilotphase renovierte Räume genutzt werden, braucht einen langen Atem. „Vieles läuft doch über Mund-zu-Mund-Werbung, das dauert, bis sich etwas etabliert“, ist er sich bewusst. „90 Prozent der Besucher kommen von außerhalb, aus Itzehoe, Glückstadt, auch Husum oder Kiel“, zieht er eine erste Bilanz nach vier Wochen Laufzeit. Damit ist die angestrebte Zielgruppe für solch ein überregionales Angebot erreicht.

In den nächsten Wochen möchte Anton Brade in den Touristenorten an der Westküste Flyer verteilen, um auch dieses Potential auszuloten und Buchungen für die Kurse in den Sommerferien einzuwerben. Freiwillige, die in St. Peter-Ording oder Büsum Programme an die Passanten bringen, sind willkommen (Kontakt: 04823/274 11 81).

Doch etwas mehr Neugier der Wilsteraner wäre ein weiterer großer Wunsch des gesamten Festivalteams, das auch die Nachbarschaft noch stärker aktivieren möchte: „Einfach mal vorbeischauen, etwas trinken, klönen – hier ist von Mittwochabend bis Sonntag immer was los. Auch wenn man nicht tanzt.“ Rentnerin Heidi freut sich, dass sie in den Abendstunden oder am Sonntagnachmittag noch nie alleine saßen: „Aber es könnten mehr sein.“ Für die Wilsteranerin ist die Mithilfe hinter dem Tresen „ein Jungbrunnen“. Viele Steinburger kennen „Heidi – bei mir reicht der Vorname“ – noch aus dem ehemaligen Bistro am Dithmarscher Platz.

Sie verweist auf den behaglichen Rahmen, in dem die Workshops am Wochenende laufen. Anton Brade sorgt mit Unterstützung von Bettina Maaß für ein warmes Mittagessen am Sonnabend und Sonntag, am Nachmittag gibt es hausgebackenen Kuchen. Heidi gefällt auch das großstädtische Flair, das Brade nach Wilster bringt. Die Gestaltung des genutzten Bereichs – von der Eingangshalle gehen ein Übungsraum und das Partylokal mit Bühne ab – trägt deutlich die Design-Handschrift des Hausherrn: Eine gelungene Mischung aus Retro-Stil und zurückhaltender gezielter Dekoration, wie man sie in der Hamburger und Berliner Szene findet, in der Anton Brade sich als Musiker und Veranstalter bestens auskennt.

Diese Kontakte nutzt er auch für die Anwerbung der Dozenten, die bislang bei jedem Workshop die Teilnehmer begeisterten. „Große Namen“ führten die Gruppen bislang in den Samba, Breakdance für Senioren und Flamenco ein. Die gefragtesten Kurse mit rund 20 Teilnehmern sind bislang Salsa, der an diesem Wochenende lief, Rock’n’Roll (1. bis 3. Mai) und Breakdance für junge Leute (8. bis 10. Mai).

Mit dem „Breakdance für Senioren“ entwickelte der umtriebige Organisator eine bislang einmalige Angebotsidee, die auch Lehrerin Son-Young Ramert von den berühmten Berliner „Flying Steps“ verblüffte: „Diese Altersgruppe hatten wir noch nie, aber es lief toll!“

Rund 20 weitere Helfer unterstützen Anton Brade in wechselnden Schichten. Darunter Dörte Wolfskämpf, die auch schon an Tanz-Workshops teilgenommen hat und die einstündigen Kurzeinführungen in der „Offenen Klasse“ am Mittwochabend schätzt: „Ich hoffe, dass die Alte Schule bleibt und Kulturzentrum wird. Sonst ist in Wilster doch nicht viel los. Man kann hier zwanglos Leute treffen und neue Kontakte knüpfen.“ Besonders freut sie sich mit dem gesamten Team, wenn sich für die wöchentliche Tanzparty am Sonnabendabend Gruppen aus Itzehoe, Pinneberg oder sogar Kiel verabreden und chic gekleidet das alte Schulgebäude stürmen.

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