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Norddeutsche Rundschau

16. August 2017 | 21:52 Uhr

Nahverkehr : Wilster will den HVV-Anschluss

vom
Aus der Redaktion der Wilsterschen Zeitung

Hauptausschuss befürwortet einstimmig die Beteiligung der Marschenstadt. Die Kommunalpolitiker versprechen sich davon mehr Attraktivität als Wohnort.

CDU und SPD waren sich im Hauptausschuss der Stadt Wilster einig. Einstimmig befürworteten sie eine mögliche Beteiligung der Marschenstadt am Hamburger Verkehrsverbund (HVV). Der Kreis Steinburg ist seinerseits ebenfalls auf dem Weg zu einem HVV-Beitritt und hat dafür 400  000 Euro bereit gestellt, Glückstadt will mit 100  000 Euro dabei sein. Für Wilster hat der Leitende Verwaltungsbeamte Heiko Wiese überschlägig eine jährliche Beteiligung von 50  000 bis 60  000 Euro errechnet. Die könnten frühestens im 1. Nachtragshaushalt 2016 bereitgestellt werden, sagte Mark Dethlefs (CDU). Als Vorsitzender des Hauptausschusses berichtete er über den Sachstand und bezifferte die gesamten jährlichen Kosten für den Beitritt des Kreises Steinburg mit 1,85 Millionen Euro. Davon entfallen 1,5 Millionen Euro auf den Schienenpersonennahverkehr, 200  000 Euro auf den Busverkehr und 150  000 Euro auf Regiekosten beim HVV.

Der HVV-Beitritt soll als Marketinginstrument dienen, um Einwohnerzuwächse zu erzielen. So haben sich auch die Gemeinden des Amtes Wilstermarsch größtenteils für einen HVV-Beitritt ausgesprochen, sehen dabei aber vorrangig eine Zuständigkeit beim ÖPNV-Zweckverband.

Laut Helmut Jacobs (SPD), der die Stadt Wilster im ÖPNV vertritt, wolle der Zweckverband „alles Mögliche versuchen, um dem Verband beizutreten“. Er habe im Verband für diesen Schritt gestimmt, der – so Mark Dethlefs – in der vorangegangenen Sitzung des Hauptausschusses so gebilligt worden war. Es sei richtig, die jährlich anfallende finanzielle Last auf möglichst viele Schultern (Gemeinden) zu verteilen.

Peter Labendowicz sah in den Gesamtkosten von 1,85 Millionen Euro pro Jahr „einen unheimlich hohen Betrag, der aufzubringen sein wird“. Nicht hinnehmbar sei, dass die Kreise östlich von Hamburg hohe Zuschüsse für den HVV-Beitritt erhalten, diese aber für die Westkreise verweigert würden. „Wir sollten nicht ängstlich sein, deswegen zu klagen“, wies der Kreispräsident auf rechtliche Schritte hin. Er sehe nicht ein, dass der HVV sich zunächst nur bis Itzehoe ausdehnen wolle. „Aber hinter Itzehoe geht die Welt noch weiter“, sagte Labendowicz.

Einleitend hatte Bürgermeister Walter Schulz über den Zweckverband Breitbandversorgung informiert. Wann die Wilstermarsch für das Glasfaserkabel ertüchtigt werde, sei noch nicht bekannt und werde aus wettbewerbsrechtlichen Gründen auch nicht vorzeitig verraten, ließ Walter Schulz wissen. Nur so viel: Im Jahr 2018 solle die Gesamtmaßnahme für den Kreis Steinburg abgeschlossen sein. Ein drittes Thema des Bürgermeisters war die Hauptversammlung des Deich- und Hauptsielverbands Wilstermarsch. Eine Entscheidung über die Zuständigkeiten für die Unterhaltung der Wilsterau sei immer noch offen. Dafür liefen noch Gespräche mit dem Land. Schließlich fehlen für die weitere Sanierung der Schleuse Kasenort nach wie vor die notwendigen Fördermittel.

 

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