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Kultur : Wilster bekommt ein Kulturzentrum direkt am Markt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Mietvertrag steht: Kulturverein bringt Leben in ehemaliges Gasthaus

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2016 | 16:26 Uhr

Erst ein kulturelles Feuerwerk, dann die große Enttäuschung und schließlich eine schöpferische Pause. Und jetzt? Der Kulturverein startet durch und schlägt direkt am Markt sein neues Domizil auf. Nach überwältigender Zustimmung durch die Mitglieder steht jetzt auch der Mietvertrag. Anton Brade und seine Mitstreiter bringen wieder Leben in ein verwaistes Gasthaus. Wenn jetzt auch noch erhoffte Fördergelder fließen und andere Institutionen und Organisationen sich hinter das einmalige Kulturprojekt stellen, steht einer Weiterentwicklung des erfolgreichen Kulturprogramms vom vergangenen Jahr nichts im Weg.

Musik, Comedy, Theater, Tanz und vielleicht einmal im Monat einen guten Film – Anton Brade sprüht bereits wieder vor Ideen. „Das mit dem Stamm-Haus hat sich so ergeben“, umschreibt er die monatelange Suche nach einer neuen Kulturheimstätte, nachdem die Alte Schule am Stadtpark zum Jahresende hatte geräumt werden müssen. Kulturvereinsvorsitzender Brade sieht den neuen Standort allerdings auch als wichtiges Signal, um Leben in die Stadt zu bringen und erinnert dabei an gleich mehrere Läden, die in den vergangenen Monaten geschlossen wurden. „Mit einem ungewöhnlichen Angebot wollen wir auch wieder jede Menge neugieriges Publikum von außerhalb anlocken. Für die Stadt und für die ganze Region wird es etwas Besonderes“, ist er überzeugt.

Dabei fangen die Kulturschaffenden auch nicht bei Null an, sondern bauen auf dem Programm von „25 Wochen Tanz und Theater in der Wilstermarsch“ und dem anschließenden „KulturImbiss“ auf. „Große Gefühle, magische Augenblicke und das alles auf einer kleinen Bühne“, ist Anton Brade die Vorfreude schon anzumerken. Gerade die in Wilster mögliche Intimität und die Nähe der Künstler zum Publikum könne in größeren Häusern nicht geboten werden und mache deshalb auch den ganz besonderen Charme aus.

Das neue Kulturhaus bietet bei Veranstaltungen Platz für etwa 40 Besucher, bei Tanzveranstaltungen können es auch 50 sein. Im Sommer kann zudem der Außenbereich vor und hinter dem Gebäude mitgenutzt werden. Die im ersten Stock angesiedelte Restaurantküche hingegen bleibt erst einmal kalt. Das Kulturhaus bietet bewusst nur Nahrung für Geist und Seele. Lediglich Getränke und vielleicht kleinere Snacks wie auch schon in der Alten Schule werde es geben.

Im Unterschied zum vergangenen Jahr soll es diesmal aber einen festen Spielplan geben. Geöffnet werden soll das Kulturhaus grundsätzlich von Mittwoch bis Sonntag. Bei der Programmgestaltung steht möglichst viel Abwechslung im Vordergrund. Der Kulturverein will dabei aber auch viele Akteure aus der Region einbinden. „Vielleicht machen wir auch mal einen Kochclub auf“, sieht Anton Brade bei Fantasie und Kreativität kaum Grenzen.

Veranstaltungen, Workshops, auch eigene Produktionen und am Sonntag immer offener Tanz. „Wir sehen das ein bisschen wie ein Baukastenprinzip“, beschreibt Brade die Zielsetzung, bei der aus vielen kleinen Bausteinen ein großes Kulturzentrum werden soll. Auch mit vergleichbaren Institutionen in anderen Städten des Kreises will er sich austauschen und vielleicht kooperieren.

Der alljährliche Veranstaltungshöhepunkt soll im Sommer stattfinden: ein Weltmusik- und Tanzfestival unter dem Meeresspiegel. Geplant ist ein dreitägigen Open-Air-Bühnenprogramm auf dem Marktplatz mit einem bunten Festumzug durch die Stadt. „Durch Einbeziehung der Nachbargemeinden hat das Festival vielleicht sogar das Potenzial zu einem Kultur-Highlight für die ganze Wilstermarsch zu werden“, hofft Brade.

Natürlich kostet Kultur immer auch Geld. Das Programm und die Personalkosten sollen durch Förderprogramme und die Betriebseinnahmen erbracht werden. Zusätzlich hofft der Wilsteraner Kulturverein auf Sponsoren und Spenden. Hinzu kommen Mitgliedsbeiträge und – so die leise Hoffnung – eventuell sogar öffentliche Mittel in bescheidenem Umfang. Aktuell hofft der Verein auch noch auf Zuwendungen aus dem Topf der AktivRegion. Hier soll in den nächsten Wochen eine Entscheidung fallen.

Für den laufenden Betrieb soll eine Festanstellung geschaffen werden, Hinzu kommen ehrenamtliche Kräfte und Mini-Jobber. Jetzt wollen die Akteure aber erst einmal am Spielplan und dem übrigen Programm arbeiten. Der Eröffnungstermin steht aber schon fest: Am 8. September soll wieder ein kulturelles Feuerwerk gezündet werden. Voraussetzung bleibt laut Brade aber: „Es wird nur gelingen mit der Mithilfe und der Begeisterung vieler Beteiligter.“


> Informationen und Spendenkonto unter www.kulturhauswilster.de

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