Politik : Willkommensgruß in sieben Sprachen

 Dieter Pape, Torsten Wendt, Andreas Koeppen, Martin Meers, Martin Görtzen mit der neuen Broschüre
Dieter Pape, Torsten Wendt, Andreas Koeppen, Martin Meers, Martin Görtzen mit der neuen Broschüre

Für Asylbewerber und Flüchtlinge: Broschüre soll Start in ein neues Leben erleichtern. Zustrom von Menschen wird auch im Kreis Steinburg immer größer.

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30. Juli 2014, 12:18 Uhr

„Wir wollen im Kreis Steinburg etwas bewegen und eine Willkommenskultur schaffen, die Asylbewerber herzlich aufnimmt“, fasst Landrat Torsten Wendt zusammen. Gemeinsam mit der AWO und dem Jobcenter Steinburg haben die Stadt Itzehoe und der Kreis Steinburg eine Broschüre erarbeitet, die ausländischen Mitbürgern helfen soll, sich auf den ersten Wegen in ihrem neuen Leben zurecht zu finden. „Das Innenministerium hat dazu seinen eigenen Wunschkatalog, gibt aber kein Gelder zur Umsetzung“, bemängelt Wendt.

Das neue Steinburger Faltblatt erscheint in sieben Sprachen und soll in den Ämtern aller Kommunen im Kreis ausliegen. „Das größte Problem der Personen, die in die Einrichtungen kommen, sind Sprachbarrieren“, erklärt dazu Martin Meers. Der Geschäftsführer der AWO will die traumatisierten Menschen so begrüßen, dass sie einen reibungslosen Start im Kreis Steinburg haben und hofft, dass das mit der Asylbewerber- und Flüchtlingsbroschüre gelingen wird.

Dass die Zusammenarbeit mit der Stadt und der AWO klappt, bestätigt auch Bürgermeister Andreas Koeppen. „Durch die gute Verzahnung der Ämter mit der AWO und dem Jobcenter sind viele Probleme der Explosionskatastrophe schnell bearbeitet worden.“ Martin Görtzen vom Jobcenter konnte viele Arbeitskräfte schnell vermitteln, um zum Beispiel Möbel-Spenden einzusammeln. Auch bei der Vermittlung von Asylbewerbern arbeiten die zuständigen Einrichtungen Hand in Hand.

Zurzeit herrscht ein starker Zulauf von Asylbewerbern im Kreis, hauptsächlich aus Eritrea und Syrien. „Die Zahlen steigen ständig und es mangelt in vielen Kommunen an Wohnraum“, sagt Dieter Pape von der Ausländerbehörde. Bisher wurden die Asylbewerber in der Landesunterkunft in Neumünster umfassend betreut, bis eine passende Unterkunft gefunden wurde. „Jetzt kommen dort täglich so viele Menschen an, dass die Möglichkeiten nicht mehr gegeben sind.“ Wurden sonst einmal pro Woche Asylanten weiter gereicht, erfolgen jetzt wöchentlich bis zu drei Mal Zuteilungen. Das bedeutet auch einen Ansturm auf die Sozialkaufhäuser. „Wir versuchen, die Ausstattung für alle Bereiche des Lebens vorzuhalten“, erklärt dazu Martin Meers. Kürzlich wurde das Sozialkaufhaus in Glückstadt erweitert, im Oktober wird der Laden in der Itzehoer Stiftstraße mit einer größeren Verkaufsfläche wiedereröffnet. „Wir sind in unserem Handeln, asylbedürftigen Menschen Schutz zu bieten, schon ganz gut und werden mit der Broschüre noch ein Stückchen besser“, ist Torsten Wendt überzeugt.


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