Kröten in der Nordoer Heide : Willkommen zurück

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Mehr als 1000 Kröten sollen in diesem Jahr in der Nordoer Heide ausgesetzt werden.

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23. Juni 2018, 17:55 Uhr

Sie sind nur wenige Zentimeter groß, aber schon sehr quirlig. Kaum aus dem Eimer entlassen, suchen die jungen Knoblauch- und Kreuzkröten das Weite oder verbuddeln sich im weichen Sand der Nordoer Heide. „Frosch und Freunde – Willkommen zurück“ heißt das Projekt, mit dem die Stiftung Naturschutz die Frösche im Naturschutzgebiet aussetzt.

Moritz Ott, zuständiger Manager der Stiftung Naturschutz, und der Amphibienexperte Wolfgang Lenschow von der projektbegleitenden Firma Amphi Consult aus Dänemark setzten gestern 266 kleine Lebewesen aus – insgesamt werden in diesem Jahr mehr als 1000 junge Frösche in der Nordoer Heide eine neue Heimat finden. Bereits im vergangenen Jahr sind 1300 Kröten ausgesetzt worden.

Der Umbau der Landwirtschaft, trockengelegtes Grünland und der Ausbau des Straßennetzes haben die Population stark schrumpfen lassen. Elf von 15 heimischen Amphibienarten stehen heute auf der Roten Liste gefährdeter Arten in Schleswig-Holstein.

Die europaweit vom Aussterben bedrohten Kröten haben in Nordoe schon zu Bundeswehrzeiten ein Rückzugsgebiet gefunden. Um die kleine Population zu stützen, hat die Stiftung Naturschutz nach Aussagen von Wolfgang Lenschow bereits 2009 bestehende Laichgewässer im Gebiet optimiert. In der Hoffnung, dass sich die bereits vorhandenen Frösche dort vermehrten. Doch das erfüllte sich nicht. „Deshalb hat die Stiftung jetzt Gewässer angelegt und eine Dünenlandschaft geschaffen, in denen sich die Frösche wohlfühlen“, betont Moritz Ott. Der Froschlurch mit den auffälligen Fersenhöckern an den Hinterbeinen, die er als Grabschaufeln nutzt, bevorzugt leichte, sandige Böden. Die nachtaktive Kröte vergräbt sich je nach Jahreszeit bis zu 60 Zentimeter tief und baut ihr Tagesversteck bei optimalen Bedingungen zu regelrechten Wohnhöhlen aus. Als die Voraussetzungen geschaffen waren, wurde der Krötenlaich im Frühjahr vor Ort in der Nordoer Heide gesammelt, die Aufzucht hat der Wildtierökologe Moritz Ott in seinem Gewächshaus im heimischen Garten übernommen. „Wir haben ihnen mit der Aufzucht die notwendige Starthilfe gegeben“, erklärt Froschexperte Lenschow. In der freien Natur überlebe nur zehn Prozent die Laichs, der Rest werde gefressen. Nach der Aufzucht liege der Erfolg bei 99 Prozent.

In den nächsten zwei Jahren, solange läuft das Projekt, sollen jedes Jahr mindestens weitere 1000 Kröten ausgesetzt werden. Diese sollen dann nicht nur den Klimawandel und weiteren Unbillen der Natur trotzen, sondern sich auch außerhalb des Geländes ansiedeln, hoffen die Projektbeteiligten.

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