Blumenwiese : Wildwuchs wichtig für Bienen

Betrachten die Artenvielfalt auf dem Gelände am Bühler Weg (v. li.): Reiner Skorka, Dr. Sybille Petersen und Christian Reichelt.
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Betrachten die Artenvielfalt auf dem Gelände am Bühler Weg (v. li.): Reiner Skorka, Dr. Sybille Petersen und Christian Reichelt.

Bühler Weg: Kleingärtner in Glückstadt freuen sich über üppig blühende Wiese und bitten Anwohner um Verständnis. Im Juli wird das Areal ohnehin gemäht.

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11. Juni 2014, 05:00 Uhr

Was auf den ersten Blick wie verwahrlostes Land aussieht, ist in Wirklichkeit ein Paradies für Insekten und ein Schatz für die Natur. Seit Jahren schon liegt die Kleingartenkolonie am Bühler Weg still. Nur noch ein Pächter bewirtschaftet dort seinen Garten. Auf dem übrigen Teil des über einen Hektar großen Geländes wuchern Gras und viele andere Pflanzen, stellenweise bis zu einen Meter hoch.

„Das ist keinesfalls Unkraut, sondern eine Bienenweide“, sagt Reiner Skorka vom Kleingärtner-Verein. Er ist selbst Imker und weiß, dass seine Bienen nur in Oasen wie diesen ihren Nektar und gleichzeitig Pollen finden und damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten. „Es ist allgemein bekannt, dass die Zahl der Insekten zurückgeht“, erklärt Dr. Sybille Petersen vom Nabu. „Dass solche Inseln stehen bleiben, ist wichtig“, sagt die Expertin.

Ein Spaziergang durch die Anlage zeigt, welcher Reichtum an Pflanzen dort zu finden ist: orangerotes Habichtskraut, Storchschnabel, Weidenröschen, Brombeeren, Wiesenkerbel, Margeriten und etliche mehr. Bienen und Hummeln tummeln sich auf den bunten Blüten.

Die Kleingärtner möchten um das Verständnis der Anwohner bitten, die sich vielleicht von dem Wildwuchs oder herüberfliegenden Samen gestört fühlen. Denn gleich hinter dem Gelände beginnt die Bebauung. „Wir leisten hier einen wichtigen Beitrag gegen das Artensterben“, sagt Reiner Skorka. Er würde sich mehr Sensibiliät der Gesellschaft für die Natur wünschen.

Nach dem 20. Juli werden die Kleingärtner die Wiese übrigens einmal mähen. Nicht um die Artenvielfalt zu zerstören. Im Gegenteil: „Bis dahin hatten alle Pflanzen die Chance ihre Samen zu bilden“, sagt Reiner Skorka. Ihr Fortbestand sei damit gesichert. Der Schnitt sei gut für die Rekreation der Gewächse, damit sie auch im nächsten Jahr wieder erblühen.

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