FReie Wahl Heide: Ratsversammlung lehnt Antrag ab : Wildtierverbot bei Zirkusgastspielen in Heide gescheitert

Der weiße Löwe Baluga gehört zum festen Ensemble von Circus Krone. Die Freie Wahl Heide möchte Vorstellungen mit Wildtieren verbieten lassen.
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Der weiße Löwe Baluga gehört zum festen Ensemble von Circus Krone. Die Freie Wahl Heide möchte Vorstellungen mit Wildtieren verbieten lassen.

Heider Ratsversammlung lehnt Vorstoß der Freien Wahl Heide mehrheitlich ab . Linke unterstützt Antrag.

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25. Oktober 2019, 16:24 Uhr

Heide | Zirkusse dürfen in Heide weiterhin Löwen, Raubkatzen und Elefanten zeigen. Die Ratsversammlung der Kreisstadt lehnt es mit großer Mehrheit ab, Darbietungen mit gefährlichen Wildtieren auf öffentlichen Plätzen zu verbieten. Die Freie Wahl Heide (FWH) scheiterte mit ihrem Antrag, will das aber nicht hinnehmen.

Zitat: „Die Diskussion ist damit nicht beendet, sondern fängt erst an. FRank Arps, Vorsitzender

Er wolle eine neue Initiative für ein Wildtierverbot starten und hofft, die anderen Parteien zu überzeugen.

Doch die zeigten sich im Rahmen der jüngsten Sitzung ausgesprochen zugeknöpft, was die Argumente der FWH anbelangt.

Rechtliche Bedenken

„Der Antrag ist rechtlich nicht umzusetzen“, betonte SPD-Fraktions-Chef Kristian Esch, von Beruf Rechtsanwalt. „Zirkus-Auftritte zu verbieten, verstößt gegen die Berufsfreiheit“, argumentierte der Sozialdemokrat, der den Vorstoß der Wählervereinigung noch aus einem weiteren Grund ablehnte: „Tiere aus dem öffentlichen Raum zu nehmen, hieße auch, sie beim Marktfrieden oder im Rahmen des Hohnbeer-Umzugs zu verbieten. Das ist aber nicht möglich.“

Bislang keine Verstöße festgestellt

Auf Granit stößt die FWH auch bei den Christdemokraten. Deren Fraktionsvorsitzender Marc Friedrich Trester zeigte sich beim Besuch des Circus Krone im Sommer, so wörtlich, „beeindruckt“, wie das Unternehmen mit den Tieren umgehe. „Der Kreisveterinär als Aufsichtsbehörde prüft auch bei anderen Zirkussen die Haltung von Wildtieren und konnte bisher noch keine Verstöße feststellen.“

Akzeptanz sinkt

Doch die Wildtiershows im Zirkus-Programm mögen viele Bürger nicht mehr akzeptieren. So demonstrierten Ende Juli zahlreiche Menschen gegen den Krone-Auftritt auf dem Marktplatz.

Frank Arps nahm mit seiner FWH vorab an einem Rundgang teil, um sich über die Haltung der Tiere zu informieren. Als Konsequenz forderte er, dass die Stadt ihre Fläche nur noch an Zirkusse vermietet, die keine gefährlichen Wildtiere zeigen.

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Als Beispiele nannte er unter anderem Großbären, Flusspferde und Nashörner. Im Ergebnis forderte er die Verwaltung auf, eine sogenannte Widmungsbeschränkung zu prüfen. Damit wäre es möglich, Darbietungen wie etwa auf dem Marktplatz zu untersagen.

Andere Städte hätten über eine Widmungsbeschränkung bereits erfolgreich durchgesetzt, dass Zirkusse mit gefährlichen Tieren nicht mehr auftreten dürfen.

Die Linke unterstützt Vorstoß

Unterstützung findet die Freie Wahl einzig bei der Linkspartei. „Die Haltung von Wildtieren im Zirkus kann nicht verhaltens- und artgerecht erfolgen“, kritisiert Lars Thiele-Kensbock.

Der Heider Fraktionsvorsitzende sieht den Antrag als „ersten Schritt in die richtige Richtung“. Er verbinde mit Zirkus eher „großartige Akrobatik und lustige Clowns“.

Wildtiere stellten besonders hohe Ansprüche an ihre Haltung und Unterbringung. In einem Zirkusunternehmen sei aber eine verantwortbare Haltung grundsätzlich nicht möglich, so Thiele-Kensbock.

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