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Nach Vorfällen in Heide : Wildschweine verwüsten Wohngebiet in Itzehoe

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Am Itzehoer Lehmwohld durchpflügt Schwarzwild mehrfach Privatgärten. Anwohner sind besorgt über die Sicherheit und die Stadtverwaltung sucht Lösungen.

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erstellt am 26.Okt.2017 | 05:40 Uhr

Sie kommen heimlich, still und leise, doch die Spuren, die sie hinterlassen, sind nicht zu übersehen: In mehreren Nächten haben Wildschweine in den vergangenen Wochen Gärten am Lehmwohld verwüstet. Die Anwohner sind nach den Vorkommnissen in der Heider Innenstadt vergangene Woche besorgt und wünschen sich Hilfe von der Stadt.

Zwei Wildschweine in der Innenstadt von Heide sorgten gerade bundesweit für Schlagzeilen. Eines musste getötet werden, das andere nahm Reißaus. Vier Menschen wurden durch die aggressiven Tiere verletzt. Warum Schwarzwild vermehrt auftaucht und Innenstädte unsicher macht, erklärt der Jagdverband in Schleswig-Holstein.

Zu den Betroffenen gehört Britta Behrmann. Den Rasen der Itzehoerin an der Gorch-Fock-Straße haben die Wildschweine bereits dreimal im wahrsten Sinne des Wortes umgepflügt. „Trostlos“ sehe ihr Garten nun aus. „Ich wohne bereits seit fast 15 Jahren hier am Lehmwohld, aber so etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagt Behrmann. Mitbekommen hat sie von den nächtlichen Besuchern nichts.

Ihre direkte Nachbarin Ute Voss lebt bereits seit 30 Jahren in der Gorch-Fock-Straße und hatte ebenfalls bisher nie Probleme mit Wildschweinen. Doch vor wenigen Tagen wühlte das Schwarzwild auch ihren Garten um. „An diesem Abend sind mein Mann und ich gegen 23 Uhr nach Hause gekommen und haben gesehen, dass der Rasen leicht beschädigt war“, berichtet Voss. Wir haben dann extra viel Licht angemacht und sind erst um 2 Uhr ins Bett gegangen. Am nächsten Morgen war dann trotzdem alles umgegraben.“

Die beiden Itzehoerinnen wissen von weiteren Anwohnern, die bereits nächtlichen Besuch hatten. Gesehen hat die Wildschweine in der Gorch-Fock-Straße bisher niemand. Von der nahen Tennisanlage habe sie aber gehört, dass eine Spielerin ein Tier in den Abendstunden beobachtet habe, sagt Voss.

Die Schäden an den Gärten sind die eine Seite, die Anwohner machen sich aber vor allem Sorgen über mögliche Gefahren durch die Wildtiere im Wohngebiet. „Hier in der Nähe sind der Spielplatz am Plantschbecken und die Wolfgang-Borchert-Schule. Auch in die Innenstadt ist es nicht weit“, sagt Voss. Vergangene Woche haben zwei Wildschweine in der Heider Innenstadt mehrere Menschen verletzt. „Wir befürchten, dass so etwas auch hier passieren kann, wenn die Tiere sich in die Enge getrieben fühlen.“ Die betroffenen Anwohner haben sich bereits an die Stadt und die zuständigen Jagdpächter gewandt und um Hilfe gebeten.

Im Rathaus werden die Sorgen ernst genommen, betont Stadtsprecher Frank-Dieter Simon. „Wir sehen das Problem auch und arbeiten an möglichen Lösungen.“ Kommende Woche sei die Problematik Thema einer abteilungsübergreifenden Sitzung. Dort sollen weitere Schritte geplant werden.

Einfache Lösungen zeichnen sich bisher nicht ab: Für eine Jagd gibt es in der Nähe von Wohnhäusern hohe gesetzliche Hürden, zudem sind Wildschweine hochmobil und nicht einfach zu erlegen. Ob Vergrämungsmaßnahmen oder Zäune effizient Risiken reduzieren können, muss geprüft werden. Dass die Wildschweine einfach wieder verschwinden, ist nicht zu erwarten. Die Bestände wachsen seit Jahren.

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