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Wildes Wendemanöver – Geldstrafe und Führerscheinentzug für 27-Jährigen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Feierabend-Zeit am 8. März 2016. Der Verkehr drängt aus der Stadt. Ein heute 27-Jähriger verursacht mit einem waghalsigen Manöver einen Unfall. Die Verurteilung durch das Amtsgericht hat das Landgericht jetzt in der Berufung bestätigt.

Erst will der Angeklagte mit seinem Audi A4 aus der Stadt kommend von der Edendorfer Straße in die Robert-Koch Straße einbiegen. Dann überlegt er es sich plötzlich anders, gibt Gas und will angeblich zur Tankstelle gegenüber. Zeugen sehen in dem Manöver eher einen misslungenen Ansatz zum Umdrehen – und das, ohne auf den reichlich vorhandenen Verkehr zu achten. Eine Opel-Corsa-Fahrerin (27), sie ist mit einer Kollegin auf der Heimfahrt, will am Audi vorbeifahren, der rechts blinkt und sich auf der kurzen Abbiegespur einsortiert hat. Doch da schießt der Audi mit einem Schlenker nach rechts auf den blauen Radweg los – zum gehörigen Schrecken der zwei Klinik-Mitarbeiterinnen in ihrem Auto – und zieht für sein Wendemanöver plötzlich nach links auf die Kreuzung. Der Audi kracht in den Kotflügel des Corsa. Die Fahrerin erleidet diverse Prellungen, muss für eine Nacht ins Krankenhaus, ist wochenlang krank geschrieben, ihr Auto ist Schrott.

Die Polizei findet in dem damals noch in Lägerdorf, heute in St.  Michaelisdonn wohnenden Unfallfahrer einen alten Bekannten vor. Der vor allem wegen Eigentums- und Gewaltdelikten seit der Jugend neunfach Vorbestrafte ist damals erst seit wenigen Monaten aus der Haft entlassen. Beim Kraftfahrtbundesamt in Flensburg kennt man ihn ebenfalls: Seit seiner Haftentlassung hat er es dort zu fünf Eintragungen wegen Raserei gebracht. Rekord: Tempo 97 innerorts. Zweimal muss er seit 2015 deshalb seinen Führerschein abgeben.

Der Vorfall in der Edendorfer Straße landet Anfang November 2016 vor dem Itzehoer Amtsgericht. Dieses verurteilt den 27-Jährigen wegen vorsätzlicher Straßenverkehrsgefährdung zu 500 Euro Geldstrafe und einem Jahr Führerscheinentzug. Auf die Berufung folgt die erneute Verhandlung vor dem Landgericht. Sechs Zeugen werden gehört, der Anwalt des Angeklagten plädiert auf Freispruch – oder wenigstens um eine Anpassung der Sperrfrist.

Richter Johann Lohmann und seine beiden Schöffinnen brauchen keine 30 Minuten zur Urteilsfindung: Berufung verworfen. „Wir haben keinen Grund, an der Aussage der Hauptzeugin zu zweifeln. Wir halten ihre Angaben für glaubhaft und zuverlässig“, begründet Lohmann. Die Sperrfrist für die Fahrerlaubnis reduziert Lohmann auf acht Monate. Das heißt: Hätte der Angeklagte das amtsgerichtliche Urteil akzeptiert, hätte er in fünf Monaten seine Fahrerlaubnis wieder, jetzt muss er bis Februar 2018 darauf warten.

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