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Wildschweinalarm in Itzehoe : Wilde Sau am Fahrradständer

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Wildschweine sind am Lehmwohld in Itzehoe immer wieder in Privatgärten unterwegs. Anwohner befürchten Zusammenstöße mit Schülern.

von
erstellt am 06.Dez.2017 | 06:17 Uhr

Sie sind offenbar gekommen, um zu bleiben: Die Wildschweine, die seit dem Spätsommer Gärten am Lehmwohld umwühlen. Immer wieder wurden inzwischen Schäden registriert. Mehrere Anwohner haben die Tiere tagsüber gesehen und auch mit Wildkameras gefilmt. Sie befürchten gefährliche Zusammenstöße zwischen Mensch und Tier und fordern entschiedeneres Handeln von der Stadt.

„Es muss etwas passieren“, sagt Friedhelm Renner. Der Itzehoer wohnt in der Gorch-Fock-Straße. In seinem Garten sind in den vergangenen Nächten Wildschweine gewesen und haben den Rasen umgegraben. Was Renner beunruhigt: Er ist sich sicher, dass die Tiere über das Gelände der Wolfgang-Borchert-Schule zu ihm gekommen sind. Darauf würden Spuren hindeuten. „Ich bin nicht um meine Sicherheit besorgt, aber um die der Schüler“, sagt Renner. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis eines der Tiere, die nach Renners Ansicht im Bereich von Sporthalle und Fahrradständer der Gemeinschaftsschule vom Wald in die Gärten wandern, mit einem Kind zusammenstößt. „Dieses Risiko ist zu hoch. Die Stadt muss ihre Aufgaben erfüllen und ein gewisses Maß an Sicherheit gewährleisten“, sagt Renner.

Dass sieht auch Ute Voss so. Rund um ihr Haus, ebenfalls an der Gorch-Fock-Straße, waren die Wildschweine zuerst bemerkt worden (wir berichteten). Inzwischen sind die Tiere dort seit einigen Wochen nicht mehr aktiv gewesen. Als Sofortmaßnahme hatte die Stadtverwaltung in einem angrenzenden Waldstück das Unterholz deutlich lichten lassen und einen provisorischen Schutzzaun aufgebaut. In diesem Waldstück war das Schwarzwild mehrfach von Anwohnern tagsüber gesichtet worden, berichtet Voss – in unmittelbarer Nähe zum Spielplatz am Planschbecken. Das Kürzen des Grünbewuchs habe das Problem nun offenbar verlagert. „Ich habe auch von einem Besuch der Wildschweine in der Schillerstraße gehört.“

Für Renner und Voss ist eine Jagd auf die Tiere die naheliegende Lösung, um das Risiko für Schulkinder und Anwohner zu reduzieren. Doch der stehen hohe rechtliche Hürden entgegen, sagt Stadtsprecher Frank-Dieter Simon. Zwar habe Stadtförster Torsten Wismar eine Ausnahmegehmigung für das eigentlich streng verbotene Schießen von Wild im Stadtgebiet. Diese Möglichkeit sei aber für „tatsächliche Notfälle“, etwas für das Eindringen eines Wildschweins auf den Schulhof zur Unterrichtszeit, vorgesehen und nicht als Präventivmaßnahme. „Das Schießen im betroffenen Bereich am Lehmwohld, dem Planschbeckengelände und den Tennisplätzen stellt eine große Gefahr für Menschen, die dort wohnen oder sich aufhalten da“, sagt Simon. Eine präventive Jagd sei daher aktuell nicht geplant.

Die Möglichkeiten würden aber wieder geprüft, wenn heute im Rathaus erneut über die Thematik gesprochen werde, sagt Simon. Vielleicht sei ja eine Drückjagd mit Treibern möglich, die den eigentlichen Abschuss von Schule und Wohnhäusern verlagere, sagt Ute Voss. „Wir würden dabei helfen, um das Problem zu lösen.“

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