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Norddeutsche Rundschau

21. August 2017 | 03:18 Uhr

Nach dem Brand : Wiederaufbau läuft

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Unterkonstruktion der Werkshalle der Walter Otto Müller GmbH an der Zusestraße steht bereits. Ziel: Einzug kurz vor Weihnachten.

Die hölzerne Unterkonstruktion steht. In der kommenden Woche soll die neue Werkshalle der Firma Walter Otto Müller an der Zusestraße ihr Dach erhalten. „Wir sind im Wiederaufbau“, sagte Geschäftsführer Lutz Bitomsky. In einer Sitzung des Wirtschaftsausschusses im Fraunhofer-Institut ISIT hielt er daran fest: Kurz vor Weihnachten solle das Unternehmen wieder einziehen. Dann wären nicht einmal acht Monate vergangen seit dem verheerenden Brand.

Ende April war die Produktion einem Feuer zum Opfer gefallen, der Verwaltungstrakt blieb stehen, wurde aber ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Ein Malheur beim Umfüllen von Ethanol sowie „eine Verkettung unglücklicher Umstände“ habe das Feuer ausgelöst, schilderte Bitomsky. Gesamtschaden: rund sieben Millionen Euro. Sofort sei klar gewesen, dass der Betrieb wieder aufgebaut werde, seither wird improvisiert. Wie berichtet, kam die Verwaltung in der Kaiserstraße unter, die bisher wieder vorhandene Produktion bei der Firma Borba in der Störfischerstraße. Bitomsky: „Da zahlt es sich aus, dass sich in einer kleineren Stadt wie Itzehoe die Handelnden kennen.“

Die Maschinen für die Bearbeitung von Aluminium, Metallen und Kunststoffen sind wieder vorhanden. Noch wird im Drei-Schicht-Betrieb sieben Tage in der Woche gearbeitet, Anfang Oktober geht es zurück auf die Fünf-Tage-Woche. „Unsere einzige Aufgabe besteht im Moment darin, unsere Kunden auf irgendeine Art und Weise zufrieden zu stellen“, sagte Bitomsky. Sehr viele seien der Firma treu geblieben, „wir bewegen uns bei 70 Prozent der vorherigen Zahlen“.

Für den Wiederaufbau laufe die Zusammenarbeit mit den Behörden völlig reibungslos, freute er sich und verteilte ein Sonderlob an das städtische Bauamt: „Zwei Tage für eine Baugenehmigung, das finde ich ziemlich grandios.“ Und auch wenn viele den Umzugstermin im Dezember utopisch fänden, halte er daran fest, schon wegen des besonderen Charmes: Im Dezember habe das Unternehmen noch nie Geld verdient, weil sich die Kunden zwei Wochen vor dem Fest kein Material mehr auf Lager legten. Daher sei es der ideale Zeitpunkt.

Eigentlich werde das Gebäude wieder so errichtet wie vorher, aber etwas größer, weil die Galvanik für die Bearbeitung von Oberflächen vergrößert wird. „Bei uns geht es immer um die Optik“, verdeutlichte Bitomsky. Daher ist das Fehlen dieser Abteilung ein Problem, aber die Zeit arbeite für die Firma: Die neue Anlage wird vollautomatisch und „bis Kassel die modernste in Norddeutschland“. So sollen künftig nicht nur eigene Teile bearbeitet werden, sondern auch fremde gegen Bezahlung.

Einige Mitarbeiter auf jetzt 56 musste Bitomsky abbauen, aber die Belegschaft werde wieder wachsen. Wie vorher werde das Unternehmen im neuen Gebäude Qualitätsprodukte herstellen: „Dafür gibt es einen Markt, den werden wir uns wieder erobern.“

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erstellt am 28.Sep.2014 | 16:00 Uhr

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