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Arbeitsmarkt : Wieder ein Berufsleben mit Perspektive

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Das Jobcenter Steinburg hat ein spezielles Programm für Langzeitarbeitslose – und die Bedingungen sind auch für Firmen attraktiv.

50 Jahre alt, leichte gesundheitliche Probleme und einige Jahre arbeitslos – Wolfgang Plotz hatte auf dem Arbeitsmarkt denkbar schlechte Karten. Doch Mitte 2015 wendete sich sein Schicksal. Dank des Jobcenters und des „ESF-Förderprogrammes zur Eingliederung langzeitarbeitsloser Leistungsberechtigter“. Heute hat Plotz eine Hausmeisterstelle in Glückstadt und hilft bei der Einrichtung von Flüchtlingswohnungen. „Das ist das, was ich immer wollte“, sagt der 50-Jährige. Er habe eine Arbeit, Kontakt zu Menschen und könne für Schwächere eintreten.

Wolfgang Plotz war der erste Langzeitarbeitslose, den Teamleiterin Ann-Christin Krumlinde und Betriebsakquisiteurin Tanja Spahr vom Jobcenter Steinburg über des Förderprogramm eine neue Arbeitsstelle besorgt und eine Perspektive für die Zukunft ermöglicht haben. Bisher haben sie so elf ihrer Kunden erfolgreich untergebracht. „Bis Juni 2017 – solange läuft das Programm – möchten wir gern 45 Langzeitarbeitslose vermitteln“, sagt Tanja Spahr. Kein ehrgeiziges Ziel, wenn die Zahlen mit dem viel größeren Hamburger Jobcenter verglichen werden. Dort sollen 100 Arbeitslose einen neue Stelle über dieses Programm erhalten.

Die beiden Mitarbeiterinnen des Steinburger Jobcenters sind optimistisch. Mithelfen müssen allerdings die Arbeitgeber in der Region. Doch für diese gibt es einen finanziellen Anreiz. 75 Prozent des Bruttolohns gibt es in den ersten sechs Monaten (Einstiegsphase), 50 Prozent in den folgenden neun Monaten (Stabilisierungsphase) und noch 25 Prozent in den anschließende drei Monaten (Leistungsphase). Beschäftigt werden müssen die Arbeitnehmer in Voll- oder Teilzeit mindestens 20 Wochenstunden. Beim Wiedereinstieg ins Arbeitsleben hilft das Jobcenter mit regelmäßigem und verpflichtetem Coaching.

Für das Förderprogramm wirbt Tanja Spahr in den Betrieben und vermittelt ihnen bei Interesse Langzeitarbeitslose. Auf offene Ohren stieß sie unter anderem bei Monika Horst, Projektleiterin bei der Steinburger Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Itzehoe. Sie stellte am 1. Juli 2015 Wolfgang Plotz ein, der zuvor bereits im Sozialkaufhaus der Awo gearbeitet hatte. Der 50-Jährige wurde in Kooperation mit der Stadt Glückstadt als Hausmeister eingestellt. Plotz habe jetzt eine langfristige Perspektive in einem sozialversicherungspflichtigen Job und verdiene mit seiner Arbeit auch Geld. Aufgrund der guten Erfahrung hat die Awo zum 1. März mit Heiko Strauss (46) aus Lägerdorf auch einen zweiten Beschäftigten über das ESF-Programm eingestellt, er ist als Fahrer für die Einrichtung tätig und holt gebrauchte Möbel ab.

Auch Phillipp Klischies, Chef der Itzehoer Firma Eazy Case, die Zubehör für Smartphones und Tablets herstellen lässt und vertreibt, nutzt das Programm. Er beschäftigt seit Anfang des Jahres Marc Thorbrügge als Lagerhelfer. Der 43-Jährige war jahrelang ohne festen Job, als Alleinerziehender mit zwei Kindern sei es schwierig gewesen, eine Arbeit zu finden. „Und hier hat es gut gepasst“, sagt der Itzehoer Thorbrügge. Zufrieden ist auch sein Chef, denn es sei nicht leicht, gute Mitarbeiter zu finden, betont Klischies.

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erstellt am 06.Apr.2016 | 11:34 Uhr

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