beschlossen : Wieder Autos in der Feldschmiede

Feldschmiede: Hier darf bald gefahren werden.
Feldschmiede: Hier darf bald gefahren werden.

Die Autos kehren zurück in die Itzehoer Fußgängerzone: Die obere Feldschmiede wird für Fahrzeuge geöffnet.

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13. Juli 2014, 17:00 Uhr

Der politische Vorlauf ist beendet, nun geht es in die Umsetzung: Die obere Feldschmiede wird vom Dithmarscher Platz bis zur Gartenstraße für den Fahrzeugverkehr geöffnet. Das hat eine große Mehrheit in der Ratsversammlung beschlossen.

Die Fakten lagen auf dem Tisch: Geschäftsleute aus dem Bereich hatten Unterschriften gesammelt, denn die Erreichbarkeit der Läden mit dem Auto sei von „herausragender Bedeutung“, wie die Sitzungsvorlage zusammenfasste. Ursprünglich sollte die Ausfahrt über die Poststraße erfolgen, doch Anwohner hatten protestiert. Nun dürfen Autos durch die gesamte obere Feldschmiede rollen bis zum La-Couronne-Platz und zu der Ausfahrt über die Gartenstraße. Auf dem ersten – breiteren – Stück bis zur Poststraße werden zehn Parkplätze eingerichtet. Und weil die Feldschmiede Anfang der 90er Jahre mit Fördermitteln zur Fußgängerzone umgebaut worden war, brauchte die Stadt die Zustimmung des Innenministeriums. Diese kam, denn zunächst ist nur eine Öffnung für eine einjährige Testphase geplant, wie sie derzeit auch in der Breiten Straße zwischen Breitenburger Straße und Berliner Platz läuft.

Mehrfach hatte die Politik über das Vorhaben debattiert, doch vor der Entscheidung wog sie noch einmal ausführlich das Für und Wider ab. Karl-Heinz Zander (Bündnisgrüne) war dagegen, den engen Bereich ab Poststraße einzubeziehen. Hans Emil Lorenz (UWI) warnte: „Wir sind dabei, die Innenstadt, was den Fußgängerzonen-Bereich angeht, zu zerstören und uns wieder zurückzuwerfen in die 80er Jahre.“ Mit viel Mühe sei der Fahrzeugverkehr aus der Innenstadt herausgebracht worden, sagte Dr. Kirsten Lutz (DAF). Nun würden schon in der Breiten Straße ständig die Regeln verletzt. Und Ernst Molkenthin (Linke) kritisierte angesichts des Kaufkraftverlusts die „publikumswirksame Scheinaktivität“. Dass die Öffnung der Breiten Straße etwas gebracht habe, sei rein spekulativ.

Dagegen verwies die Sitzungsvorlage auf positive Stimmen aus der Breiten Straße. „Die normative Kraft des Faktischen“ habe ihn überzeugt, so Hans-Dieter Helms (SPD). Als Politiker sei er auch Dienstleister und höre auf den Wunsch der Ladeninhaber. „Die Zeiten ändern sich, darauf muss man sich einlassen“, sagte Sönke Doll (SPD). Es sei ein Test, betonten die Befürworter. Thomas Wudtke (FDP): „Wenn es wirklich zu einem großen Problem wird, wird die Stadt darauf reagieren.“

Die Geschäftsleute warteten händeringend auf die Öffnung, das höre er immer wieder, sagte Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen und betonte: „Auch die Innenstadt hat Gleichbehandlung verdient.“ Er verstehe nicht, dass das Projekt schon vor Beginn schlecht geredet werde – gelingen könne es nur, wenn alle mitwirkten, Autofahrer ebenso wie Fußgänger.

Wie es funktioniert, sollen unter anderem Zählungen des Verkehrs zeigen. Der Vorschlag kam von den Grünen, die dann doch zustimmten. Beim Nein blieben UWI, Linke und DAF. Ab sofort, so Koeppen, wird nun an der Umsetzung gearbeitet.

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